DDL als Zentrale


DDL kann viele Funktionen einer teuren Zentrale ersetzen.


Was ist DDL ?

DDL ist die Abkürzung von Digital Direct for Linux, ein Serverdienst der über SRCP http://srcpd.sourceforge.net/srcp/ ) kommuniziert und über eine serielle Schnittstelle des PC's Modellbahndecoder im Format NMRA-DCC und Märklin-Motorola ansprechen kann. Die Software wurde als Open Source Projekt von Torsten Vogt entwickelt ( http://vogt-it.com/OpenSource/DDL/ ) . Wie der Name schon sagt ist DDL für den Einsatz unter Linux programmiert worden. Unter Windows gibt es die Lösung DDW, eine Portierung von DDL auf Windows von M.Gräfe ( http://home.snafu.de/mgrafe/ ). Mittlerweile ist DDL als Modul in Rocrail eingebunden und kann über die Datei rocrail.ini konfiguriert werden. Dies bringt den Vorteil das die Kommunikation über das SRCP Protokoll entfällt. Es ist aber auch möglich über das SRCP Protokoll einen DDL / DDW Server oder sonstige SRCP-kompatible Server anzusteuern. Die Konfiguration hierfür wird aber nur kurz betrachtet.

Funktionsumfang von DDL

  • DDL kann die essentiellen Funktionen einer Digitalzentrale emulieren und über die serielle Schnittstelle eines PC direkt einen Booster ansteuern.
  • Multiprotokollfähig, es wird das NMRA-DCC und Märklin-Motorola Format unterstützt.
  • Es können Lok- und Schaltdecoder mit den unterstützten Formaten angesprochen werden.
  • Eine Kurzschlusserkennung ist verfügbar sofern der Booster dies unterstützt.
  • Über die parallele Schnittstelle können S88-Bus Rückmeldemodule ausgelesen werden.
  • Bis zu 4 S88-Busse werden unterstützt, demnach 4 * 31 S88-Module was 1984 Rückmeldekontakten entspricht.
  • Support für ein Programmiergleis und die Möglichkeit NMRA-DCC-kompatible Decoder zu programmieren.

Was wird für den Betrieb mit Rocrail und DDL benötigt?

Erforderlich:

  • Linux PC mit serieller und paralleler Schnittstelle

Da Rocrail ein Client-Server basiertes Programm ist werden in der Regel 2 PC's benötigt. Ein leistungsschwacher PC auf dem der Rocrail Prozess arbeitet und ein moderner PC auf dem Rocview läuft. Für den Rocrail Server reicht schon ein einfacher Pentium mit installiertem Linux. Ein System mit 2.4er Kernel ohne Gui ist durchaus ausreichend. Bei einer Client-Server Installation muss zudem noch ein funktionsfähiges TCP/IP Netzwerk vorhanden sein. Als Beispielinstallation für den Rocrail-DDL Server nehme ich DSL Linux in der Version 3.1 ( http://www.damnsmalllinux.org/ ) weil es geringe Hardwareanforderungen hat und leicht zu installieren ist. Es ist natürlich auch möglich Client- und Serverprozess auf nur einem PC laufen zu lassen. Dieser muss dann allerdings leistungsfähiger sein. Außerdem muss eine funktionierende Gui wie KDE oder Gnome installiert sein

  • Booster

Die Anzahl der unterstützten Booster ist groß. Grundsätzlich gilt: je unintelligenter ein Booster ist desto höher ist die Wahrscheinlichkeit das er sich über die serielle PC-Schnittstelle ansprechen lässt. Positiv getestet sind folgende Booster:

  • Märklin 6015 / 6017 / Delta Control 6604
  • Littfinski LDT DB-2
  • Edits Booster
  • Lenz LV100 / LV 101
  • Tams Booster MM/DCC B-2

Anschlusspläne siehe Kapitel: Anschlussdiagramme und Schaltpläne

  • Lok mit eingebautem Decoder

Hier sollte jeder NMRA-DCC oder Märklin-Motorola kompatibler Decoder funktionieren. Es können aber nur NMRA-DCC kompatible Decoder programmiert werden.

Optional aber wichtig für den Automatik Betrieb:

  • S88 Rückmelder

Es können 4 Busse mit jeweils 31 S88 kompatiblen Rückmelder direkt an die parallele PC-Schnittstelle angeschlossen werden.

Weiterhin wird das High Speed Interface HSI-88 der Firma Littfinski Datentechnik unterstützt welches an eine serielle Schnittstelle des Rocrail PC angeschlossen wird und 3 S88 Busse bereitstellte an die zusammen 31 Rückmelder angeschlossen werden können.

Grundsätzlich sollte jeder S88 kompatible Rückmelder funktionieren. Positiv getestet wurden folgende Geräte:

  • Littfinski DatenTechnik RM-DEC-88 / RM-DEC-88-O
  • Tams Elektronik S88-1

Konfiguration: siehe Kapitel: Konfiguration Anschlusspläne: siehe Kapitel: Anschlussdiagramme und Schaltpläne

  • Schaltdecoder für Weichen und Signale

Es können NMRA-DCC und Märklin-Motorola kompatible Schaltdecoder verwendet werden

  • Programmiergleis

Mit dem Programmiergleis können NMRA-DCC kompatible Lokdecoder programmiert und ausgelesen werden. Decoder für das Märklin-Motorola Format werden nicht unterstützt. Über die Steuerleitungen RTS und RI der seriellen PC-Schnittstelle kann über eine kleine Schaltung ein Programmiergleis angeschlossen werden. Dieses Programmiergleis muss elektrisch von der restlichen Modellbahn über Isolierverbinder getrennt werden. Da an diesem Gleis bei der Programmierung von Lokdecodern die Quittierung des Decoders über einen Spannungsabfall an einem Widerstand ausgewertet wird ist darauf zu achten das auf diesem Gleis kein Fahrbetrieb durchgeführt wird. Der Widerstand könnte sonst sehr heiß werden. Auch ist Das Programmiergleis nicht gegen einen Kurzschluss geschützt. Bei einem Kurzschluss brennt der Widerstand in kürzester Zeit durch. Bei Bedarf ist der 36 Ohm Widerstand in der Zuleitung zum Programmiergleis so auszulegen das er nicht durchbrennen kann. Bei einer Betriebsspannung von 18V fließen bei einem Kurzschluss 0,5A durch diesen Widerstand was einer Verlustleistung von 9W entspricht. Sicherheitshalber sollte dieser Widerstand deshalb mindestens in der 11W Ausführung (Conrad Artikel-Nr.: 411728-62) verbaut werden.

Anschlusspläne: siehe Kapitel: Anschlussdiagramme und Schaltpläne


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