Einleitung

InhaltÜberblick



Rocrail - ein erster Überblick

Rocrail ist ein Open-Source-Project, das die Steuerung von Modelleisenbahnen durch einen oder mehrere Computer erlaubt. Es ist möglich, die Züge vollautomatisch vom Computer steuern zu lassen oder manuell zu fahren. Auch ein Mischbetrieb ist möglich: während einige Züge automatisch über die Anlage fahren, kann man andere manuell steuern.

Rocrail besteht aus zwei Teilen, die mittels Internetprotokollen miteinander sprechen:

  • der Rocrail-Server ist als Dienstprogramm für die Verarbeitung der Daten und Kommunikation mit der Digital-Zentrale zuständig
  • RocView ist der Client, der die grafische Darstellung der Daten übernimmt (es ist z.B. auch die Darstellung mittels Webbrowsern wie Firefox möglich, außerdem muss der Client nicht auf dem gleichen Rechner wie der Server laufen)

Rocrail läuft nicht nur auf Windows-Betriebssystemen, sondern auch unter Mac OSX und Linux. Ein Mischbetrieb Client & Server ist auch hier möglich.

Es können mehrere Digital-Zentralen gleichzeitig angeschlossen werden. Dabei kann es sich auch um eine “Software-Zentrale” handeln, die das Digital-Signal direkt im Computer erzeugt und - mit Ausnahme eines Digital-Verstärkers (Boosters) - sind weitere externe Geräte nicht unbedingt erfordert. Rocrail unterstützt mit Digital Direct X (ddx) eine solche “Software-Zentrale” (vgl. hierzu den Abschnitt ddx im Kapitel Zentralen).

Ein Gleisplan mit Blockstrecken, Signalen und Lokomotiven wird mit RocView entworfen (dazu ist noch keine Verbindung zum Server notwendig). Dieser Entwurf wird anschließend zum Server übertragen.

Die Aufteilung in Client-Server-Architektur bietet besondere Vorteile. Man stelle sich das folgende Szenario vor:

Neben der Modellbahn steht ein Sessel oder ein Sofa. Der Computer, auf dem der Rocrail-Server läuft, steht unter der Modellbahn und ist per WLAN erreichbar. Der Client RocGui läuft auf einem WLAN-fähigen Endgerät (iPhone, TabletPC, etc.). Gemütlich kann man die Modellbahn nun vom Sofa aus steuern. Sollte mal was entgleisen, kann man die “Fernbedienung” gleich an Ort und Stelle ohne Kabelsalat mitnehmen.

Durch den Einsatz eines Webbrowsers und des Rocrail-eigenen Web-Interfaces kann man den Faden weiterspinnen und sich das Ganze noch über das Internet verteilt vorstellen - dann noch eine Webcam dazu. Und schon wird die Anlage wirklich modern internet-fern-gesteuert.

Es können auch mehrere Instanzen des RocView mit dem einen Rocrail-Server kommunizieren, was bei großen Modellbahn-Anlagen mit mehreren Bedienplätzen sinnvoll ist. Hier kann an jeder Ecke ein Computer mit RocView stehen, über den dann das lokale Geschehen beeinflusst wird.

Und weil das ganze kostenlose, quelloffene Software ist, kann sich sogar jeder sein Rocrail persönlich anpassen, verbessern und an die Rocrail-Gemeinde zurückgeben. Rocrail wurde von Rob Versluis entworfen.

Die Rocrail-Architektur

Das Diagramm verdeutlicht die verschiedenen Elemente, die Bestandteil eines Rocrail-Systems sein können, wobei für eine Minimal-Ausstattung bereits ein Computer mit installiertem Rocrail (Server und Client auf einem Gerät), einem daran angeschlossenen Digital-Verstärker sowie nicht zuletzt natürlich einer damit verbundenen Modellbahnanlage ausreicht.


Personal Tools