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Lange Züge kurze Blöcke: Einsichten 1

'Schlauer' als Rocrail - Outsmarting Rocrail

Im folgenden stelle ich ein paar Einsichten und 'Learnings', sowie die Weiterentwicklung meines ersten Ansatzes Lange Züge in kurzen Blöcken vor. Kurz gesagt, im 1. Ansatz wollte ich besonders schlau sein… Zur Erinnerung: Stage 1 des Rhaetian Flyers ist mein Uebungs- und Test-Aufbau, also ein Experimentierfeld. Der Entwurf mit dem 'fiddle yard' Bahnhof über den Arbeitstisch und dem kleinen Schattenbahnhof, entstand bevor ich Rocrail oder überhaupt irgend eine Steuerungs-Software kannte. Die Begriffe 'Blocklänge' oder 'maximale Zuglänge' waren für mich daher noch inhaltsfrei. Aus diesem Grund gibt es zum Teil lächerlich kurze Blöcke 8-o und auch zwei zu kurz geratene Kehrschleifen :-?, ich fahre 2L. Ursprünglich wollte ich den Stage 1 Aufbau in meine Anlage integrieren. Davon bin ich aber zwischenzeitlich abgekommen, siehe Gesamtkonzept Uebersicht. Deshalb verzichte ich für den Stage 1 Testaufbau auf einen Umbau. Der Challenge mit den kurzen Blöcken bleibt also spannend ;-). Nebst räumlichen Gegebenheiten haben die folgenden Einsichten den Entscheid wesentlich beeinflusst.
English translation of insights and futher development to come - 1st try was here Long trains in short blocks.

Lügen haben kurze Beine

Mein 1. Ansatz war geprägt von:

  • 'Alles geht': Jeder Streckenblock ist in beide Richtungen befahrbar. Gesagt, getan! Die Auswirkungen aber waren schwierig…
  • Zu kurze Kehrschleife: Die verlängere ich ohne Umbau! Dazu benütze ich verschiedene 'Trickli' und schummle auch ein bisschen gegenüber Rocrail… Es ist wohl leicht zu erraten: Auch hierbei waren die Auswirkungen schwierig…

Einsichten 1 - bleib realistisch und keine Schummeleien

Nebst dem geordneten Fahrplanbetrieb, gefällt mir auch der Aquarium Mode ausgezeichnet. Dabei zeigten sich jetzt aber mannigfache Schwierigkeiten:

  • Festgefahrene Züge: Im Aquarium haben sich die Züge jeweils nach kurzer Zeit festgefahren. Ich habe Signale, Aktionen, eine Unmenge virtueller Blöcke und alles mögliche versucht und einige Regeln verletzt, dadurch aber viel gelernt. Nur - jede 'Lösung' hat jeweils irgendwo ein Folgeproblem erzeugt…
  • Ghost: Ich verwende Hall-Punktmelder. Damit kann ich über die Option 'wheel counting' verlorene Wagen feststellen, eine geniale Funktion von Rocrail! Sobald ich nun aber z.B. den letzten Wagen im Zug mit einem Magneten ausrüstete, kamen die Ghost-Meldungen. Der Grund: ausnahmslos meine Schummeleien…

Um die Schwierigkeiten zu beheben, habe ich folgende Massnahmen ergriffen:

Zuglänge anpassen oder umbauen

Anpassen und beim Weiterbau von Anfang an einplanen:

  • max. Zuglänge: Im Stage 1 reduziert auf die länge der kürzesten Kehrschleife, von 2500 auf 1784 mm
  • weitere Planung: Bereits im Entwurf die Blocklängen und Abläufe konsequent auf die gewünschte max. Zuglänge ausrichten, bei mir 2500 mm
  • Blocklänge: Die Blocklänge darf in Einzelfällen durchaus kürzer sein als die max. Zuglänge. Es gilt jedoch, bereits in der Planung durchzuspielen, wie ein max. langer Zug durch diese Stellen geführt werden kann. Die entsprechenden Auswirkungen werden dann vor dem Bau eingeplant :!:

Unidirektionale Strecken einrichten

'Alles geht' bewirkt fast zwingend festgefahrene Züge, darum gilt es betrieblich sinnvolle Regeln aufstellen:

  • Aufstellblöcke: Alle in der gleichen Richtung betreiben. Ein Schattenbahnhof, in dem die Gleise abwechselnd in die andere Richtung befahren werden, ist ein interessantes Studienobjekt. Mehr aber nicht
  • Wendel: Kein Gegenverkehr in der Wendel, sondern über die flachere Wendel rauf-, über die steilere Wendel runter-fahren. Wenn Gegenverkehr erwünscht ist, die Wendel 2-spurig auslegen
  • Fahrrichtung: Abläufe durchspielen und das Festfahren der Züge im Aquarium Mode u.a. durch betrieblich sinnvolle Richtungs-Regeln vermeiden

Der überarbeitete Rocrail Gleisplan

An der Anlage habe ich nur die (lokal betriebenen) Sensoren von 2 Kehrschleifen bei den Blöcken iB4 (2060 mm) und iB10 (1784 mm) versetzt, um die effektive Baulänge korrekt abzubilden. Die Kehrschleife bei iB7 braucht keine Anpassung, sie ist mit 3219 mm bereits länger als die max. Zuglänge von 2500 mm. Ansonsten ist an der physischen Anlage alles unverändert geblieben. Für Rocrail ist also alles wie vorher, der Rocrail Gleisplan hingegen ist neu gestaltet. Im Rocrail Gleisplan gibt es nun Richtungspfeile, die AB zeigen alle in dieselbe Richtung. Der Gleisplan verzichtet im Weiteren auf virtuelle Blöcke und sämtliche Blocklängen sind korrekt eingetragen.
überarbeiteter RR Gleisplan

Das Karussell

Ein gutes Gefühl! Keine Ueberraschungen, alles funktioniert perfekt. Die längeren Züge werden nun mit einem oder zwei kreuzenden Blöcken sicher über die kurzen Blöcke geleitet. Alles in Butter… ^_^
Doch irgendwann fällt mir auf, dass hin und wieder ein Zug abrupt bremst, bei aktivierter Option Prüfen auf freies Ziel bis IN erreicht wird, scheint BBT aus irgend einem Grund ab und zu nicht zu greifen. Ich starte diese Anfrage im Forum FIXME. Zunächst habe ich eine etwas lange Leitung, aber dann wird es glasklar. Mit den kreuzenden Blöcken für längere Züge habe ich unter bestimmten Bedingungen eine 'Karussell'-Situation erzeugt - die Katze jagt dabei den eigenen Schwanz -, im Karussell sind zwei Blöcke betrieblich kurzgeschlossen. Unter diesen Bedingungen sind verschiedene Optionen, wie z.B. das genannte Ziel-bis-IN+BBT, nicht gemeinsam verfügbar. Rocrail funktioniert aber ansonsnsten normal weiter, 'sichtbar' wird ein Karussell eigentlich erst, wenn ein Zug darin kreist, eben Karussell fährt 8-) . Für mich eine neue Erkenntnis. Lässt sich ein Karussell wegen der baulichen Gegebenheiten nicht einfach eliminieren, sollte man betreffs der Auswirkungen ausgiebig beobachten und testen1). Hier die Karussell-Situation bei mir im Stage 1 Gleisplan:
Auf den ersten Blick ist das Karussell recht gut versteckt, und doch ist es da:

  • Zug 617: Der Zug ist 1470 mm lang und passt somit nicht in die Blöcke iB2,3,5,6,8,9
  • Fahrstrasse iB10-nach-iB4: Die im Bild dargestellte, reservierte FS von iB10 nach iB4 enthält somit iB6,iB5 als kreuzende Blöcke
  • Fahrstrasse iB4-nach-iB10: Die FS zurück wird dann mit iB8,iB3 wiederum 2 kreuzende Blöcke enthalten
  • Kreuzende Blöcke: Diese werden bekanntlich ignoriert…
  • Karussell: Und fertig ist das Karussell, das heisst der Kurzschluss zwischen den beiden Blöcken iB10 und iB4 8-)

Auf meine Anfrage im Forum habe ich verschiedene Hinweise und Tipps bekommen. Diese haben die Ursachen aufgedeckt und mich ermutigt, doch wieder einige wenige virtuelle Blöcke einzubauen, um die Zugsfahrten flexibler zu gestalten und die Karussell-Situation weitgehend zu vermeiden. Wie das aussieht beschreibe ich hier Einsichten 2
Hier die obige Situation als Rocrail-Plan2), falls jemand sich das etwas genauer ansehen und durchspielen möchte karussell.zip
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1) Für ein Karusell gibt es im Forum keinen Support
2) ggf. in rocrail.ini die Zentrale auf virtuell (VCS) umstellen

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