Signalwesen

InhaltAutomatik-Betrieb

  • Signalwesen



Signale bei der DB und deren Konfigurationen in Rocrail


1. Einführung

Diese Seite soll eine kleine Einführung in das Signalwesen bei der DB geben und zeigen, welche Einstellungen vorgenommen werden müssen, um eine weitgehend vorbildgerechte Signalisierung mit Rocrail zu erzielen.

Es werden dabei nur Streckensignale, mithin Signale im engeren Sinne, behandelt, die sich auch mit Rocrail ansteuern lassen. Neben diesen Signalen im engeren Sinne, zu denen auch die beiden in der Abbildung rechts gehören, gibt es eine Reihe weitere Eisenbahnsignale, z. B. Zusatzsignale (Zs), oft in Form von Geschwindigkeitsanzeigern, Nebensignale (Ne), Weichensignale (Wn) und viele andere. Einen Überblick verschafft der Wikipedia-Artikel Eisenbahnsignale in Deutschland.

2. Signalsysteme

In Deutschland werden mehrere verschiedene Signalsysteme verwendet, noch häufig anzutreffen ist das H/V-System (s. auch Wikipedia-Artikel H/V-Signalsystem), das auf Modellbahnen am weitesten verbreitet sein dürfte. Das H/V-Signalsystem hat seinen Namen von den Haupt- (Hp) und Vorsignalen (Vr). Diese können als Form- oder Lichtsignale ausgeführt sein.

Die Deutsche Reichsbahn der DDR hat 1958/59 das Hl-System eingeführt. Dieses wird im Wikipedia-Artikel Hl-Signalsystem vorgestellt.

Im Zuge der Vereinheitlichung aller Signalsysteme wurde 1993 Ks-Signalsystem (s. Wikipedia-Artikel Ks-Signalsystem) eingeführt, dass zukünftig alle bisherigen Signalsysteme bei der DB ersetzen wird. Bei Ks-Signalen können Haupt- und Vorsignalbilder auf einem Schirm vereinigt, kombiniert werden. Diese Kombinationssignale geben dem System seinen Namen.

Da das H/V-Signalsystem insbesondere auf Modellbahnanlagen sehr weit verbreitet ist, wird im Folgenden hauptsächlich darauf Bezug genommen.

3. Allgemeines

Signale haben eine große Bedeutung für die Sicherheit auf Eisenbahnstrecken. Deshalb müssen alle Signale beachtet werden, auch solche, die keinen oder einen ungültigen Signalbegriff anzeigen. Es ist in diesen Fällen der sicherste Signalbegriff anzunehmen, im Zweifelsfall muss das Signal als Halt zeigend interpretiert werden. Abgeschaltete oder nicht mehr gültige Signale müssen daher als solche deutlich gekennzeichnet sein, z.B. durchgekreuzt oder verhüllt sein. Ein betriebstechnisch vorübergehend abgeschaltetes Signal zeigt ein Kennlicht (ein weißes Licht).

Hauptsignale zeigen an, ob der folgende Bereich befahren werden darf. Sie werden als Einfahr-, Ausfahr-, Zwischen-, Block- oder Deckungssignale verwendet. Der Signalbegriff “Halt” (Hp0) gilt für Zug- und Rangierfahrten, die Fahrtbegriffe jedoch aussschließlich für Zugfahrten: Rangierabteilungen dürfen an einem Halt zeigenden Hauptsignal auf Befehl vorbeifahren, ein Fahrt zeigendes Hauptsignal darf jedoch nicht passiert werden.

Vorsignale sind eine Vorankündigung für das nächste Hauptsignal und stehen im Bremswegabstand zum Hauptsignal. Ist die Distanz (um mehr als 5%) kürzer als der Bremswegabstand, so zeigt das Vorsignal bei Ankündigung von Halt oder Langsamfahrt zusätzlich ein Kennlicht.

Sperrsignale und Schutzsignale (s. Kapitel 2.3) zeigen an, ob ein Bereich oder eine Schiebebühne oder Drehscheibe befahren werden darf bzw. dort rangiert werden darf. Die Signale gelten sowohl für Zug- als auch für Rangierfahrten. In Verbindung mit Hp0 (am Hauptsignal) signalisiert Sh1 die Aufhebung des Fahrverbots nur für Rangierfahrten.


4. Signalbilder

4.1 H/V-Signale

4.1.1 Formsignale

Formhauptsignale im H/V-Signalsystem können bis zu drei Begriffe anzeigen (s. Abb. 4.1). Diese sind

  • Hp0 Halt! Ein waagerecht nach rechts zeigender Flügel, bei zwei Flügeln zeigt der untere senkrecht nach oben. Nachtzeichen ein rotes Licht.
  • Hp1 Fahrt frei mit Streckengeschwindigkeit. Ein nach schräg rechts oben zeigender Flügel, bei zwei Flügeln zeigt der untere senkrecht nach oben. Nachtzeichen ein grünes Licht.
  • Hp2 Langsamfahrt mit 40km/h, sofern nicht durch Zusatzsignal eine andere Geschwindigkeit angezeigt wird. Zwei übereinander angeordnete, nach schräg rechts oben zeigende Flügel, Nachtzeichen ein grünes Licht und senkrecht darunter ein gelbes Licht.

Die Formvorsignale zeigen entsprechend

  • Vr0 Halt erwarten. Eine senkrecht stehende, runde Scheibe, ein ggf. vorhandener Pfeil zeigt senkrecht nach unten. Nachtzeichen zwei nach rechts ansteigende gelbe Lichter.
  • Vr1 Fahrt (mit Streckengeschwindigkeit) erwarten. Eine waagerecht liegende (somit kaum sichtbare) runde Scheibe, ein ggf. vorhandener Pfeil zeigt senkrecht nach unten. Nachtzeichen zwei nach rechts ansteigende grüne Lichter.
  • Vr2 Langsamfahrt erwarten. Eine senkrecht stehende, runde Scheibe und ein nach schräg rechts unten weisender Pfeil. Nachtzeichen ein gelbes Licht und schräg rechts darüber ein grünes Licht.



Hauptsignale Vorsignale
Signale mit zwei Begriffen mehrbegriffige Signale Signale mit zwei Begriffen mehrbegriffige Signale
Tag Nacht Tag Nacht Tag Nacht Tag Nacht
Hp0 Vr0
Hp1 Vr1
Hp2 Vr2
Abb. 4.1: Signalbilder von Formsignalen im H/V-System


4.1.2 Lichtsignale

Die Lichtsignale - in Abbildung 4.2 in Anlehnung an die Bauart 1969 dargestellt - zeigen im Prinzip die Nachtsignale der Formsignale an. Die Signalbegriffe sind genau so wie bei den Formsignalen definiert (s. dort).

Als einziger neuer Begriff kommt Sh1 - Fahrverbot (für Rangierfahrten) aufgehoben - bei Ausfahrsignalen hinzu, bei denen das Schutzsignal (s. Kapitel 4.3) mit auf dem Hauptsignalschirm angezeigt werden kann. Sh1 wird durch ein rotes Licht und zwei weißen, nach rechts ansteigenden Lichtern darunter dargestellt. Solche Ausfahrsignale zeigen bei Hp0 zwei rote Lichter. Dieser Signalbegriff wurde früher als Hp00 bezeichnet, inzwischen wurde Hp00 jedoch abgeschafft. Die zwei roten Lichter blieben in den meisten Fällen dennoch erhalten, da die signaltechnische Umrüstung zu kostspielig geworden wäre. Dabei ist zu bedenken, dass die Lampen in Lichtsignalen mit Relaistechnik überwacht wurden, so dass eine durchgebrannte oder fehlende Lampe zu einer Fehlermeldung führt. Deshalb kann die zweite rote Lampe nicht einfach entfernt werden, einzig das Abdecken wäre möglich, aber auch darauf wurde weitgehend verzichtet.

Die Anordnung der Lampen auf den Hauptsignalschirmen kann in gewissen Grenzen variieren. Die Beziehung der Lampen untereinander bleibt jedoch in dem Sinne erhalten, dass grün oben und senkrecht darunter gelb in maximalem Abstand zueinander liegen. Dementsprechend kann die grüne Lampe nur dann unten angeordnet sein, wenn keine gelbe Lampe vorhanden ist, das Signal also Hp2 nicht anzeigen kann.


Hauptsignale Vorsignale
Signale mit
zwei Begriffen
mehrbegriffige Signale
Einfahrsignale Ausfahrsignale
Hp0 Vr0
Hp1 Vr1
Hp2 Vr2
Sh1
Abb. 4.2: Signalbilder von Lichtsignalen im H/V-Signalsystem


Bei Lichtsignalen können das Hauptsignal und das Vorsignal für den nächsten Block auch am selben Mast montiert sein. In diesem Falle werden die Lampen des Vorsignals bei Halt zeigendem Hauptsignal abgeschaltet, man spricht von Dunkeltastung:


Abb. 4.3: Dunkeltastung des Vorsignals am Mast
bei Halt zeigendem Hauptsignal am Beispiel eines Ausfahrsignals.


Werden Vorsignale in reduziertem Bremswegabstand aufgestellt - dies gilt bei einem um mehr als 5% gegenüber dem Bremsweg der Strecke verkürztem Abstand - so tragen diese ein weißes Kennlicht. Vorsignalwiederholer zeigen das gleiche Signalbild, haben zur Unterscheidung aber keine Vorsignaltafel.


Abb. 4.4: Vorsignale mit Kennlicht



4.2 Ks-Signale

Ks-Signale wurden 1993 eingeführt und werden langfristig alle anderen Signalsysteme ersetzen. Ks-Signale sind ausschließlich Lichtsignale. Ein wichtiges Merkmal der Ks-Signale ist, dass Haupt- und Vorsignalfunktionen auf einem Signalschirm kombiniert werden können. Dies ist bei sogenannten Mehrabschnittssignalen der Fall. Daneben existieren aber auch weiterhin Signale, die nur Hauptsignal- oder nur Vorsignalfunktion haben. Es leuchtet, abgesehen von Zusatzsignalen, stets nur eine Lampe (Abb. 4.5).

Bei Vorsignalen sind eine grüne und eine gelbe Lampe waagerecht nebeneinander angeordnet. Ein grünes Licht (Ks1) bedeutet “Fahrt erwarten”. Blinkt das grüne Licht (in Verbindung mit Zs3v, s. unten), so kündigt dies eine Geschwindigkeitsbeschränkung am folgenden Hauptsignal an. Ein gelbes Licht (Ks2) bedeutet “Halt erwarten”.

Bei reinen Hauptsignalen befinden sich eine rote und eine grüne Lampe senkrecht übereinander. Die möglichen Begriffe sind Hp0 (Halt, ein rotes Licht) und Ks1 (Fahrt, ein grünes Licht).

Mehrabschnittssignale haben drei Lampen, die in Dreiecksform angeordnet sind: Die beiden Lampen grün und gelb befinden sich unten, die rote Lampe markiert die Spitze des Dreiecks. Die Bedeutungen sind in Abbildung 4.5 dargestellt.
Bei Mehrabschnittssignalen sind alle Signalbegriffe außer Hp0 zugleich auch eine Vorankündigung (Vorsignalfunktionalität):

  • Ks1 (stehend): “Freie Fahrt” (oder Fahrt mit Geschwindigkeit laut Zs3) und zugleich: Freie Fahrt am nächsten Hauptsignal erwarten.
  • Ks1 (blinkend): “Freie Fahrt” (oder Fahrt mit Geschwindigkeit laut Zs3) und zugleich: Verminderte Geschwindigkeit am nächsten Hauptsignal erwarten.
  • Ks2: “Freie Fahrt” (oder Fahrt mit Geschwindigkeit laut Zs3) und zugleich: Halt am nächsten Hauptsignal erwarten.


VS HS MAS Begriff Bedeutung
Hp0 Halt!
Ks1 Fahrt (ggf. mit durch Zs3 angezeigter Geschwindigkeit)
Ks1 wird sowohl von Hauptsignalen, als auch von Vorsignalen angezeigt.
Am Vorsignal bedeutet es 'Freie Fahrt erwarten' am Hauptsignal 'Freie Fahrt'.
Ks1 Fahrt (ggf. mit durch Zs3 angezeigter Geschwindigkeit),
verminderte Geschwindigkeit (laut Zs3v) am nächsten Hauptsignal erwarten.
Ks1 blinkend ist eine Vorankündigung und wird nur von Signalen mit Vorsignalfunktion gezeigt.
Ks2 Fahrt (ggf. mit durch Zs3 angezeigter Geschwindigkeit),
Halt am nächsten Hauptsignal erwarten.
Ks2 wird ebenfalls nur von Signalen mit Vorsignalfunktion angezeigt.
Abb. 4.5: Signalbilder von Ks-Signalen. VS: Vorsignal, HS: Hauptsignal, MAS: Mehrabschnittsignal


Die erlaubte Geschwindigkeit kann in allen Fällen durch ein Zusatzsignal angezeigt werden.
Eine weiß leuchtende Zahl über dem Signalschirm (Geschwindigkeitsanzeiger Zs3): Der zehnfache Wert der Anzeige ist die ab diesem Hauptsignal erlaubte Geschwindigkeit. Es können die Zahlen 1 (10km/h) bis 15 (150km/h) angezeigt werden. Ohne Zs3 kann die maximale Streckengeschwindigkeit 160km/h betragen, höhere Geschwindigkeiten sind auf signalbeeinflussten Strecken nicht vorgesehen.
Eine gelb leuchtende Zahl unter dem Signalschirm (Geschwindigkeitsvoranzeiger Zs3v): Der zehnfache Wert der Anzeige ist die ab dem nächsten Hauptsignal erlaubte Geschwindigkeit.
Der Geschwindigkeitsanzeiger Zs3 wird nur an Signalen mit Hauptsignalfunktion gezeigt, der Geschwindigkeitsvoranzeiger Zs3v nur an Signalen mit Vorsignalfunktion. An Mehrabschnittssignalen können entsprechend beide Zusatzsignale vorhanden sein. Bei Ks1 in Verbindung mit Zs3v blinkt das grüne Licht.

Auf dem Signalschirm können weitere Signale angezeigt werden (Abb. 4.6), u.a. sind dies:

  • Zur Anzeige eines verkürzten Bremswegabstandes bei Signalen mit Vorsignalfunktion in Verbindung mit Ks1+Zs3v oder mit Ks2 ein kleines, weißes Zusatzlicht oben links.
  • Bei Vorsignalwiederholern in Verbindung mit Ks1+Zs3v oder mit Ks2 ein kleines, weißes Licht unten links.
  • Zs1 als Ersatzsignal bei Halt-zeigendem oder gestörtem Signal: Ein blinkendes, kleines, weißes Licht unten links.
  • Zs7, Vorsichtsignal bei Halt-zeigendem oder gestörtem Signal: Drei kleine gelbe Lichter in Form eines “V”.
  • An Hauptsignalen in Verbindung mit Hp0 das Schutzsignal Sh1: Zwei kleine weiße, von links nach rechts ansteigende Lichter.


Begriff Bedeutung
Ks2 Halt erwarten. Abstand zum nächsten Hauptsignal um mehr als 5% des Bremswegs der Strecke verkürzt!
Ks2 Vorsignalwiederholer: Halt erwarten.
Zs1 Signal gestört oder außer Betrieb. Am Signal vorbei fahren, “Signal ignorieren”.
Zs7 Signal gestört oder außer Betrieb. Vorsicht! Fahrt auf Sicht!
Sh1 Halt! Fahrverbot für Rangierfahrten aufgehoben
Abb. 4.6: Weitere Signalbilder von Ks-Signalen.


4.3 Schutzsignale

Schutzsignale (Sh) sind Signalbegriffe, die von verschiedenen Signaltypen angezeigt werden können. Am bekanntesten dürften hier (Gleis-)Sperrsignale sein, die die Begriffe “Fahrverbot” (Hp0 bzw. Sh0) oder “Fahrverbot aufgehoben” (Sh1) anzeigen können (Abb. 4.7).
Das Formsignal zeigt die Begriffe

  • Sh0: Halt! Fahrverbot. Ein waagerechter, schwarzer Balken vor einer runden weißen Scheibe auf schwarzem Grund. Sh0 ist gleichbedeutend mit Hp0 (Halt für Zug- und Rangierfahrten) und wird nur noch vom Formsignal angezeigt.
  • Sh1: Fahrverbot aufgehoben. Ein nach rechts steigender, schwarzer Balken vor einer runden weißen Scheibe auf schwarzem Grund.

Das Lichtsignal zeigt die Begriffe

  • Hp0: Halt! Fahrverbot. Zwei nebeneinander liegende, rote Lichter.
  • Sh1: Fahrverbot aufgehoben. Zwei nach rechts steigende, weiße Lichter.


Formsignal Begriff Lichtsignal
Hp0
Sh0
Sh1
Abb. 4.7: Schutzsignalbilder auf Sperrsignalen


Schutzsignale gelten für Zug- und Rangierfahrten gleichermaßen. Durch die Kombination mit einem Hauptsignal kann ein Schutzsignal jedoch das Fahrverbot einseitig nur für Rangierfahrten aufheben. In diesem Fall zeigt das Schutzsignal Sh1, während das Hauptsignal gleichzeitig Hp0 signalisiert.
Bei Lichtsignalen kann das Schutzsignal zu diesem Zweck in den Hauptsignalschirm integriert sein (siehe vorhergehende Abschnitte), bei Formsignalen können Schutz- und Hauptsignal am gleichen Standort stehen, bzw. am selben Mast montiert sein. Im Fall der Formsignale muss das Schutzsignal dann stets zusammen mit dem Hauptsignal in Fahrtstellung gehen: Wenn das Hauptsignal etwas anderes als Hp0 anzeigt (Hp1 oder Hp2), muss wegen der Gültigkeit des Schutzsignales für Zug- und Rangierfahrten also gleichzeitig auch Sh1 geschaltet werden, da ansonsten eine Fahrerlaubnis bei gleichzeitigem Fahrverbot signalisiert würde.

In allen Fällen bedeutet Sh1 lediglich die Aufhebung des Fahrverbots, nicht jedoch die Erlaubnis zur Fahrt. Letztere muss - schriftlich, mündlich oder (für Zugfahrten) durch ein Hauptsignal - gesondert erteilt werden.


5. Signalaufstellung

5.1 Blocksignale

Das Blocksignal ist ein Hauptsignal und begrenzt auf freier Strecke einen Streckenblock (Wikipedia: Blocksignal).

Auf der freien Strecke steht, wenn keine Abzweigung kommt, das einfache Formsignal bzw. das entsprechende Lichtsignal mit den Signalbegriffen Hp0 und Hp1.
Vor einer Abzweigung steht ein zweiflügeliges Signal bzw. das entsprechende Lichtsignal mit den Signalbegriffen Hp0, Hp1 und Hp2. Hp2 wird gezeigt, wenn der Zug über eine abzweigende Weiche fahren muss.

5.2 Einfahrsignale

Ein Einfahrsignal ist ein Hauptsignal, steht vor Bahnhöfen und markiert den Übergang von freier Strecke in den Bahnhofsbereich (Wikipedia: Einfahrsignal).

Als Einfahrsignal dient in der Regel ein zweiflügeliges Formsignal bzw. ein entsprechendes Lichtsignal, das die Begriffe Hp0, Hp1 und Hp2 anzeigen kann.

5.3 Ausfahrsignale

Als Ausfahrsignal wird das letzte Hauptsignal im Bahnhofsbereich bezeichnet, bevor die die freie Strecke erreicht wird (Wikipedia: Ausfahrsignal).

Ausfahrsignale sind zweiflügelige Formsignale oder, wenn die Fahrt nicht über abzweigende Weichen führen kann, auch einfache Formsignale. Bei Lichtsignalen kommen in der Regel Signalschirme mit bis zu vier Begriffen zum Einsatz:

  • Hp00 Zwei waagerecht nebeneinander angeordnete, rote Lichter. Halt für Zug und Rangierfahrten. Hp00 wird heute nicht mehr verwendet und wurde durch Hp0 ersetzt. Die beiden roten Lampen auf Ausfahrsignalen finden sich jedoch auch heute noch und haben die Bedeutung Hp0
  • Hp1 Ein grünes Licht. Fahrt frei mit Streckengeschwindigkeit.
  • Hp2 Ein grünes Licht und senkrecht darunter ein gelbes Licht. Langsamfahrt mit 40km/h, sofern nicht durch Zusatzsignal eine andere Geschwindigkeit angezeigt wird.
  • Sh1 Ein rotes Licht und darunter zwei weiße, nach rechts oben ansteigende Lichter. Halt für Zugfahrten, Fahrverbot für Rangierfahrten aufgehoben.

Außerdem befindet sich häufig noch das Vorsignal für den folgenden Streckenblock am Mast des Ausfahrsignals.


5.4 Abzweigungen

Vor Abzweigungen auf freier Strecke steht ein Blocksignal mit zugehörigem Vorsignal (Abb. 5.1). Das Signal muss die Begriffe Hp0, Hp1 und - für die Fahrt in die abzweigende Strecke - Hp2 anzeigen können:

Abb. 5.1: Signal vor einer Abzweigung


Werden zwei Strecken über eine Weiche zusammengeführt, so steht jeweils ein Blocksignal vor der Weiche (Abb. 5.2). Das Signal im oberen Gleis muss die Begriffe Hp0 und Hp2 zeigen können, das Signal im unteren Gleis die Begriffe Hp0 und Hp1.

Abb. 5.2: Signale vor der Zusammenführung zweier Gleise.
Die Vorsignale sind zur besseren Übersicht nicht dargestellt.


5.5 Bahnhöfe

Vor der Bahnhofseinfahrt steht ein Einfahrsignal mit zugehörigem Vorsignal, am Ende jeden Gleises befindet sich ein Ausfahrsignal. Mit den entsprechenden Vorsignalen und dem Vorsignal für den nächsten Streckenblock ergibt sich folgendes Bild für einen Bahnhof oder Haltepunkt mit zwei Gleisen. Zur besseren Übersicht sind nur die Signale für die Fahrtrichtung von links nach rechts eingezeichnet.

Abb. 5.3


Schon in diesem einfachen Fall werden also sieben Signale benötigt. Tatsächlich hat sich die Bahn zu Zeiten der Formsignale jedoch auf die absolut notwendigen Signale beschränkt, da jedes zusätzliche Signal bei mechanischen Stellwerken erheblichen Mehraufwand bedeutet hätte. Aus diesem Grunde wäre wohl auf das Vorsignal im oberen Gleis verzichtet worden, da das Einfahrsignal bei Einfahrt in dieses Gleis schon Langsamfahrt zeigt:

Abb. 5.4


Eine weitere Variante ist die Aufstellung eines gemeinsamen Vorsignals für beide Bahnhofsgleise am Standort des Einfahrsignals.

Abb. 5.5


Tipp: Die kostengünstigsten Varianten für den Modellbahner sind die mittlere und die untere. Da das Vorsignal im unteren Gleis nur die zwei Begriffe Vr0 und Vr1 zeigen können muss, kann ein Vorsignal mit nur einem Antrieb verwendet werden. Dies gilt auch für die Variante mit gemeinsamem Vorsignal für die Bahnhofsgleise, wenn das obere Gleis kein Durchfahrtsgleis ist und das Vorsignal somit auch nur Vr0 und Vr1 zeigen muss. Sollen Durchfahrten im oberen Gleis ermöglicht werden, so muss allerdings ein Vorsignal mit drei Begriffen Verwendung finden.
Das Ausfahrsignal des oberen Gleises kann ebenfalls ein Signal mit nur einem Antrieb sein. Hierfür gibt es Signale mit gekoppelten Flügeln, die nur Hp0 oder Hp2 zeigen können. Auch ein passendes Vorsignal mit nur einem Antrieb, feststehender Scheibe und beweglichem Flügel ist erhältlich.


6. Übertragung auf die Modellbahn

Generell sollen Signale so aufgestellt werden, wie es dem Vorbild entspricht. D. h. überall dort, wo in Wirklichkeit ein Signal steht, sollte auch auf der Modellbahnanlage das entsprechende Signal stehen. Natürlich kann hier und da auch auf eines verzichtet werden und letztlich ist es immer eine Frage der persönlichen Ambitionen, wie realitätsnah die Anlage aussehen soll. An nicht einsehbaren Stellen der Anlage bietet es sich an, Signale nicht aufzustellen, oder z. B. nur das Vorsignal, wenn der Standpunkt des Hauptsignales nicht einsehbar ist. Genauso kann auch umgekehrt auf die Aufstellung des Vorsignals verzichtet werden, wenn dieses ohnehin nicht sichtbar wäre und statt dessen nur das Hauptsignal platziert werden.

Das größte Problem auf Modellbahnanlagen ist die Einhaltung der Abstände zwischen Vor- und Hauptsignal. Der Abstand ist vom Bremsweg der Züge, mithin von der gefahrenen Geschwindigkeit abhängig. Das Vorsignal muss so aufgestellt sein, das der Zug noch rechtzeitig vor dem Halt zeigenden Hauptsignal zum Stehen kommen kann. Auf Hauptbahnen stehen Vorsignale 1000m vor dem Hauptsignal. Übertragen auf die Modellbahn bedeutet das im Maßstab H0 einen Abstand von 11,5m! Bei Spur N wären es 6,25m. Auf Nebenbahnen kann die Distanz zwischen den Signalen auch verkürzt sein, z. B. auf 700m oder 400m. Im Maßstab H0 sind das noch immer 8m bzw. 4,6m (Spur N: 4,4m bzw. 2,5m). Auf den meisten Heimanlagen dürften diese Distanzen nicht zu realisieren sein.

Die Platzierung von Signalen wird also fast immer ein Kompromiss sein. Aus den oben genannten Abständen ist ersichtlich, dass ein Vorsignal so weit wie möglich von seinem Hauptsignal entfernt aufgestellt werden sollte. Es wird kaum jemand Gefahr laufen, das Vorsignal aus Versehen zu weit vom Hauptsignal entfernt zu platzieren. Auf der Modellbahnanlage soll der Zusammenhang zwischen Vor- und Hauptsignal natürlich auch noch erkennbar sein. Insofern sind weitaus geringere als dem Vorbild entsprechende Abstände im Grunde unproblematisch. Auf alle Fälle sollte der Abstand stets größer sein, als die Länge des längsten Zuges. Ansonsten steht das Vorsignal irgendwo in der Mitte des Zuges, wenn dieser am Hauptsignal angekommen ist, was keinesfalls gut aussieht.


6.1 Platzierung von Rückmeldern

Damit Signale von Rocrail sinnvoll gesteuert werden können, müssen gewisse Bedingungen bei der Platzierung der Rückmelder eingehalten werden. Dieser Abschnitt bezieht sich auf mit Blöcken verknüpfte Signale.

Beachten: Rückmelder können als Momentkontakte (z. B. Schaltgleise, Reed-Kontakte, Lichtschranken etc.) oder als Dauerkontakte (Kontaktgleise, Stromfühler, sonstige Belegtmelder) ausgeführt sein. Der Automatikbetrieb funktioniert auch bei ausschließlicher Verwendung von Momentkontakten reibungslos, teure Stromfühler und sonstige Belegtmelder sind also keinesfalls erforderlich, können - z. B. zur Erkennung liegen gebliebener Wagen oder abgestellter Züge ohne Lok - in einigen Fällen aber sinnvoll sein. Auch eine beliebige Kombination aus Moment- und Dauerkontakten ist möglich.
Im Folgenden werden daher nur die ausgelösten Ereignisse (enter und in) genannt. Diese werden durch den fahrenden Zug bei Momentkontakten am Ort des Einbaus und bei Belegtmeldern am Beginn des Meldeabschnitts ausgelöst. Entscheidend ist also der Ort, an dem das jeweilige Ereignis ausgelöst wird.

Löst ein fahrender Zug das enter-Ereignis in einem Block aus, so prüft Rocrail, ob der folgende Block frei ist. Ist dies der Fall, so wird das Hauptsignal des Blocks auf Hp1 oder Hp2 gestellt sowie das Vorsignal entsprechend auf Vr1 oder Vr2.

Tipp: Es ist nicht in jedem Falle erforderlich, in Rocview sowohl das Haupt- als auch das Vorsignal als Objekt anzulegen. In vielen Fällen kann das Vorsignal einfach parallel zum Hauptsignal angeschlossen werden und braucht somit weder eine eigene Adresse noch einen eigenen Dekoderanschluss und auch keine getrennte Darstellung in Rocview.

Durch den (ein-)fahrenden Zug kann sich also mit dem enter-Ereignis der Signalbegriff des Vorsignales noch ändern. Daraus folgt, dass das enter-Ereignis räumlich vor dem Vorsignal ausgelöst werden muss. Weiterhin ist zu bedenken, dass Signale je nach Bauart eine gewisse Zeit zum Wechsel des Signalbegriffs benötigen: Überblendung der Signalbegriffe bei Lichtsignalen und Stellzeit bei Formsignalen, insbesondere bei Servoansteuerung. In dieser Zeit bewegt sich der Zug weiter auf das Signal zu, so dass eine noch größere Entfernung eingeplant werden muss. Sind in der nachfolgenden Fahrstraße Weichen enthalten und ist die Schaltzeit für Fahrstraße zu berücksichtigen, so muss der räumliche Abstand zwischen enter-Ereignis und dem Vorsignal noch weiter vergrößert werden, da das Signal erst nach der erfolgreichen Reservierung der Fahrstraße seinen Stellbefehl erhält.

Es addieren sich also die Zeiten zwischen dem Eintritt des enter-Ereignisses und der nötigen Stellzeit für das Signal sowie der benötigten Stellzeit für die Fahrstraße. Der Weg, den der Zug während dieser Zeit zurücklegt, hängt maßgeblich von der gefahrenen Streckengeschwindigkeit ab. Somit muss gewährleistet sein, dass beim schnellsten Zug genügend Raum zwischen dem enter-Ereignis und dem Vorsignal vorhanden ist, damit der Lokführer (Wikipedia: Triebfahrzeugführer) die Signalstellung noch erkennen kann.

Eine pauschale Empfehlung für die räumliche Anordnung von Rückmeldern und Signalen kann daher nicht gegeben werden. Aus den beschriebenen Zusammenhängen ergibt sich allerdings eine notwendige Anordnung in der Form enter → Vorsignal → in → Hauptsignal.


7. Rocrail konfigurieren

Signale werden bei Rocrail für den automatischen Betrieb entweder mit Blöcken oder mit Fahrstraßen verknüpft. Außerdem ist eine Steuerung über Aktionen möglich, siehe Kapitel 8.

Entsprechend der internationalen Auslegung von Rocrail sind die Voreinstellungen nicht speziell für das Deutsche Signalsystem angepasst, so dass hier noch eingegriffen werden sollte.

Auf dem Reiter Automatik (Datei → Rocrail Eigenschaften… → Reiter Automatik) sollten die folgenden Einstellungen vorgenommen werden:

  • Zweiten Zielblock reservieren: Diese Option kann aktiviert werden, damit Rocrail immer versucht, zwei Blöcke voraus zu reservieren. Die Option muss aktiviert werden, wenn einige Vorsignale am Mast des Hauptsignales angebracht sind, oder - bei Formsignalen - Vorsignale am Standort der Hauptsignale stehen. Nur so ist gewährleistet, dass das Vorsignal in diesen Fällen korrekt anzeigt.
  • Keine Geschwindigkeitsänderung bei Weichen: Diese Option muss deaktiviert sein, da sonst nicht dem Vorbild entsprechend Hp2 gezeigt wird, wenn der Fahrweg über abzweigende Weichen führt.
  • Grün wenn nächstes Signal rot: Diese Option muss aktiviert werden, da ansonsten Hp2 statt Hp1 angezeigt würde, wenn das Hauptsignal des folgenden Blocks Halt zeigt.
  • Standard Signal-Begriff: Bei “rot” belassen.


In den Fahrstraßen-Dialogen sollte jeweils die Option Reduziere Geschwindigkeit aktiviert werden, damit bei abzweigenden Weichen in Fahrstraßen sowohl die Geschwindigkeit (auf V_mid) reduziert wird, als auch die Signale entsprechend auf Hp2 geschaltet werden.

Rocrail unterscheidet die Signalbegriffe rot, grün, gelb und weiß, die sich der Darstellung im SpDrS60-Thema und den DB-Signalbegriffen wie folgt zuordnen lassen:

Rocrail Darstellung
SpDrS60
DB-Signalbegriff
rot rot Hp0
grün grün Hp1
gelb gelb Hp2
weiß gelb + grün Hp2 / Sh1

Für den Rocrail-Signalbegriff “weiß” gibt es keine eindeutige Zuordnung. (Licht-) Hauptsignale mit vier Begriffen zeigen bei “weiß” den vierten Begriff, also Sh1 an. Da der Signalbegriff “weiß” von Rocrail jedoch zur Darstellung einer Geschwindigkeitsreduktion verwendet wird, ist diese Zuordnung bei Ausfahrsignalen falsch, das Signal zeigt Sh1 statt Hp2. Bei Signalen mit drei Begriffen verwendet Rocrail ersatzweise den Begriff “gelb” anstelle von “weiß”. Als einfache Lösung können Ausfahrsignale mit vier Begriffen daher als Signal mit nur drei Begriffen konfiguriert werden. Die Möglichkeit Sh1 manuell zu schalten, entfällt damit jedoch. Damit alle Begriffe erreichbar bleiben, kann das Signal alternativ über Fahrstraßen geschaltet werden (s. folgendes Kapitel).


8. Alternative Signalsteuerung über Fahrstraßen und mit Aktionen

8.1 Vierbegriffige Ausfahrsignale

Bei Signalen mit vier Begriffen verwendet Rocrail den vierten Begriff (weiß) zur Darstellung einer Geschwindigkeitsreduktion. Dies entspricht dem Verhalten von Signalen in den Niederlanden. Bei DB-Signalen ist der vierte Begriff jedoch das Schutzsignal Sh1 (s. Kapitel 4.3), das eine Rangierfahrt freigibt und daher nicht für die Anzeige einer Geschwindigkeitsreduktion verwendet werden darf.

Soll das Signal - wegen einer abzweigenden Weiche im Fahrweg - Hp2 anzeigen, so kann dies über die Fahrstraßensteuerung oder Aktionen erreicht werden.

Beispiel

Beispielkonfiguration: Ausfahrsignal in Block 1 und Fahrt über die abzweigende Weiche nach Block A


Zunächst ist das Ausfahrsignal mit vier Begriffen in Block 1 wie gewöhnlich konfiguriert, also eingetragen in die Blockeigenschaften:


Dies führt zu unerwünschtem Signalbegriff bei der Ausfahrt:

Bei der Ausfahrt wird der falsche Signalbegriff (“weiß”) geschaltet


Um dies zu ändern, kann das Signal vollständig aus den Blockeingenschaften entfernt werden, oder die Eintragung wird beibehalten, aber die Signalsteuerung in der Fahrstraße deaktiviert. Letzteres hat den Vorteil, dass das Signal beim Einschalten des Automatik-Betriebs weiterhin initialisiert, d.h. wenn nötig auf den Standardsignalbegriff (“rot”, Hp00) zurückgesetzt wird. Außerdem könnte es so für die Fahrt in den hier nicht dargestellten Block über die Weiche in gerader Stellung unverändert verwendet werden:

Deaktivieren der Signalsteuerung in der Fahrstraße


Damit das Signal den korrekten Signalbegriff, also “gelb” (Hp2) anzeigt, kann es in die Befehlsliste der Fahrstraße aufgenommen werden (stattdessen könnte auch eine entsprechende Aktion verwendet werden):

Signal der Fahrstraße hinzufügen:

Schritt 1: Kennung auswählen,
Schritt 2: Befehl (“Farbe”) wählen,
Schritt 3: Hinzufügen.

Die Änderungen werden anschließend mit übernehmen gespeichert und der Dialog mit OK verlassen.


Nun zeigt das Signal von Block 1 bei der Ausfahrt korrekt Hp2 an, allerdings wird es nicht mehr zurückgesetzt:

Das Signal zeigt bei der Ausfahrt den korrekten Signalbegriff, wird aber ohne zusätzlichen Befehl nicht zurückgesetzt.


Das Zurücksetzten des Signals kann ebenfalls durch einen Fahrstraßenbefehl erfolgen:

Signal nochmals der Fahrstraße hinzufügen:

Schritt 1: Kennung auswählen,
Schritt 2: Befehl (hier “rot”) wählen,
Schritt 3: Bei Freiwerden aktivieren.

Die Änderungen werden anschließend mit übernehmen gespeichert und der Dialog mit OK verlassen.


Mit den beschriebenen Maßnahmen verhält sich das Ausfahrsignal in Block 1 nun wie gewünscht:


Anmerkung: Das Zurücksetzen des Signals auf Hp0 erfolgt in dem Moment, wo die Fahrstraße wieder aufgelöst wird, d.h. mit dem in-Ereignis im Folgeblock. Soll das Signal schon früher, also beim enter-Ereignis, zurückgesetzt werden, so muss dies mit einer an den Blockstatus enter gekoppelten Aktion erfolgen. Solche Aktionen werden im folgenden Kapitel 8.2 vorgestellt.

Zusammenfassung

  • Das Signal von Block 1 (S1) ist wie gewöhnlich in den Blockeingenschaften von Block 1 eingetragen,
  • die Signalsteuerung ist jedoch in der Fahrstraße von Block 1 nach Block A abgeschaltet,
  • zum Setzen auf den Signalbegriff “gelb” (Hp2) wird S1 in die Fahrstraßen-Befehlsliste der Fahrstraße von Block 1 nach Block A aufgenommen,
  • zum Rücksetzen auf den Signalbegriff “rot” (Hp0) wird S1 nochmals in die Fahrstraßen-Befehlsliste der Fahrstraße von Block 1 nach Block A aufgenommen, hier nun mit der Option Bei Freiwerden.


8.2 Blocksignale

Blocksignale begrenzen Zugfolgeabschnitte auf freier Strecke. Häufig, aber keineswegs immer, zeigen Blocksignale bei freier Blockstrecke in Grundstellung “Fahrt”, also Hp1 an. Dies ist im Gegensatz zum Zentralblock und zu Signalen in Bahnhöfen dann der Fall, wenn es sich um einen sogenannten Selbstblock handelt. Soll dieses Verhalten in Rocrail umgesetzt werden, so kann dies mit Fahrstraßensignalen und Aktionen erreicht werden.

Beispiel Dieses Beispiel ist eine Erweiterung zum oben beschriebenen Plan mit dem vierbegriffigen Ausfahrsignal, der hier um zwei weitere Blöcke (B und C) erweitert wurde:

Erweiterter Plan


Zielsetzung ist folgendes Verhalten der Signale:

Das Ausfahrsignal in Block 1 zeigt in der Grundstellung “Halt!”, also den Signalbegriff “rot” (hier Hp00), die Blocksignale
in den Blöcken A und B jedoch zeigen in Grundstellung “Fahrt”, also den Signalbegriff “grün” (Hp1).
Fährt die Lok von Block 1 nach Block A, so zeigt das Ausfahrsignal Hp2 (s. dazu vorheriges Beispiel)
Sobald Block A erreicht wird (Status enter), wird das Signal von Block 1 wieder auf “rot” (Hp00) gesetzt (s. dazu vorheriges Beispiel)
Lok ist vollständig in Block A eingefahren (keine Änderung an den Signalbildern)
Sobald Block B erreicht wird (Status enter), wird das Blockignal von Block A auf “rot” (Hp0) gesetzt
Lok ist vollständig in Block B eingefahren (keine Änderung an den Signalbildern)
Sobald Block C erreicht wird (Status enter), wird das Blockignal von Block B auf “rot” (Hp0) gesetzt
Die Lok ist vollständig in Block C eingefahren. Dadurch ist Block B wieder frei und das Blocksignal von Block A geht
wieder in seine Grundstellung “Fahrt” (Hp1)


Auch in diesem Beispiel wird wieder davon ausgegangen, dass die zusätzlichen Signale zunächst wie gewöhnlich in den Blockeigenschaften eingetragen wurden.

Um das beschriebene Verhalten (Signalbegriff Hp1 bei freier Strecke) zu erzielen, reicht im einfachsten Fall eine einzige zusätzliche Aktion pro Blocksignal. Dafür wird zunächst je eine Aktion, für den Signalbegriff “grün” erstellt:

Aktionen zum Setzen des Signalbegriffs auf “grün”


Diese Aktionen müssen nun durch den jeweiligen Folgeblock, für das Signal in Block A also von Block B und für das Signal in Block B von Block C, ausgelöst werden:

Aktionssteuerung in den Blöcken B und C


Das zurücksetzen der Signale auf den Begriff Hp1 erfolgt dadurch in dem Moment, wo der Folgeblock frei wird (Status free): Das Signal von Block A schaltet also auf Hp1, sobald Block B frei geworden ist, weil sich die Lok inzwischen in Block C befindet.

Hinweis: Für Block B kann dieses Verhalten in dem kleinen Beispiel nicht beobachtet werden, da die Lok nicht weiter als bis Block C fahren kann und Block C dadurch nicht frei werden kann.

Die bis hierhin beschriebene, einfache Vorgehensweise mit nur einer Aktion und dem in den Blockeigenschaften eingetragenen Signal hat jedoch einen Nachteil: Sobald in den Automatik-Modus geschaltet wird, werden alle Signale initialisiert und somit auch die Blocksignale auf den Signalbegriff “rot”, also auf Hp0 gesetzt. Damit zeigen die Signale zu Beginn des Betriebs immer den eigentlich nicht gewünschten Begriff an.

Um dies zu umgehen, müssen die Signale notwendigerweise aus den Blockeingenschaften entfernt werden. Damit wird je Signal eine weitere Aktion benötigt, die bei belegtem Folgeblock das Signal auf “rot” schaltet (alternativ kann dies auch mit einem Fahrstraßenbefehl und der Option Bei Freiwerden erfolgen, siehe Kapitel 8.1). Außerdem sollte jedes Signal durch jeweilige Fahrstraße (oder eine weitere Aktion) auf “grün” geschaltet werden können.

Zunächst werden also die Signale aus den Blockeigenschaften entfernt, damit sie nicht mehr initialisiert werden:

Leerer Eintrag unter Blockeingenschaften, Reiter Signale


Danach wird für jedes Blocksignal eine Aktion zum Setzen des Signalbegriffs “rot” erstellt:

Aktionen zum Setzen des Signalbegriffs “rot”


Diese Aktionen sollen dann ausgeführt werden, wenn die Lok den Folgeblock erreicht, also beim enter-Ereignis des Folgeblocks. Für Block A ist Block B der Folgeblock, für Block B ist es Block C:

Aktionssteuerung in Block B Aktionssteuerung in Block C


Damit die Signale der Blöcke A und B in jedem Fall in Fahrtstellung kommen, wenn ein Zug durch- oder losfährt, werden die Signale mit dem Befehl “grün” in die jeweilige Fahrstraße eingetragen:

Eintragung der Fahrstraßensignale in den Fahrstraßen von Block A nach Block B und Block B nach Block C


Durch die bis hierhin erfolgten Maßnahmen wird das einleitend beschriebene Verhalten der Signale erreicht. In bestimmten Betriebssituationen kann es aber zu einem Verhalten kommen, das vielleicht unerwünscht ist:
Ergibt sich - z.B. bei Betriebsende - folgende Situation

Die Blöcke A und B sind durch je eine Lok belegt


und würde bei der nächsten Inbetriebnahme die Lok aus Block B gestartet

Das Blocksignal von Block A zeigt “Fahrt”, obwohl die Lok nicht gestartet wurde.


so käme das Bocksignal von Block A in Fahrtstellung, sobald die erste Lok in Block C vollständig eingefahren ist, obwohl die Lok in Block A noch nicht gestartet wurde. Dies ist zwar nicht falsch, da die Strecke tatsächlich frei ist, es mag aber dennoch stören, dass eine Lok vor einem “Fahrt” zeigenden Signal wartet.

Dieses Verhalten kann jedoch durch Einfügen einer Bedingung leicht unterbunden werden: Hierzu wird in Block B eine Bedingung für die Aktion definiert, die das Signal von Block A in Fahrtstellung bringt:

In der Aktionssteuerung von Block B wird die Aktion ausgewählt, die das Signal von Block A in Fahrtstellung
bringt und dann auf den Reiter Bedingungen gewechselt.
Schritt 1: Auswahl des Typs Block,
Schritt 2: Auswahl der Block-Kennung (hier Block A),
Schritt 3: Eintragen des Status (von Block A), der erfüllt sein muss, damit die Aktion ausgeführt wird
(hier free, so dass die Aktion nur ausgeführt wird, wenn Block A frei ist).
Anschließend werden die Änderungen mit übernehmen gespeichert und der Dialog mit OK geschlossen.


Hinweis: Der Status free in der Aktionssteuerung, Reiter Übersicht (linke Abbildung) bezieht sich auf den Status den aufrufenden Objekts, hier also Block B: Block B muss in den Status free wechseln, dadurch wird die Aktion (Signal von Block A in Fahrtstellung) ausgelöst.
Der Status free auf dem Reiter Bedingungen (rechte Abbildung) bezieht sich hingegen auf den Status von Block A: Block A muss den Status free aufweisen, nur dann wird die Aktion tatsächlich ausgeführt.

In gleicher Weise wird dann noch eine entsprechende Bedingung in Block C für das Signal in Block B erstellt.


8.3 Gemeinsames Vorsignal für Bahnhofsgleise

Wenn ähnlich wie in Abb. 5.5 ein gemeinsames Vorsignal für alle Ausfahrsignale eines Bahnhofs aufgestellt ist, so muss dieses abhängig von der gewählten Fahrstraße bzw. des Bahnhofsgleises geschaltet werden. Hierzu müssen einige Aktionen angelegt und z.B. durch Fahrstraßen aufgerufen werden.

Tipp: Von mindestens einem Hersteller gibt es für Lichtsignale Signaldekoder mit integriertem Signalbus, über den die Stellung des vorderen Signales (beispielsweise des Ausfahrsignales) an das dahinter liegende Signal (beispielsweise ein Vorsignal oder eine Hauptsignal-/Vorsignal-Kombination, auch Ks-Signal) gemeldet wird, so dass dieses automatisch das passende Signalbild anzeigt.

Beispiel:

Ein viergleisiger Bahnhof mit Einfahrsignal und einem gemeinsamen Vorsignal für die vier Ausfahrsignale


In der Abbildung oben ist für BR 212 eine Bahnhofsdurchfahrt geschaltet, wobei das Einfahrsignal wegen der abzweigenden Weiche Hp2, das Ausfahrsignal ebenfalls wegen einer abzweigenden Weiche Hp2 zeigt und das Vorsignal zu den Ausfahrsignalen entsprechend Vr2.

Allgemeines:

  • Damit sich eine Situation wie in der Abbildung oben überhaupt ergeben kann, muss
    • die Option Zweiten Zielblock reservieren aktiviert sein (s. Kap. 7), sonst würde nur die Fahrstraße nach Block 4 gestellt und das Ausfahrsignal bliebe auf Hp0 (entsprechend das gemeinsame Vorsignal auf Vr0), bis der Zug enter in Block 4 erreicht hat.
    • der Bahnhofsblock Durchfahrten z.B. für Güterzüge erlauben, ansonsten würde ebenfalls zunächst nur die Fahrstraße nach Block 4 geschaltet und der Zug müsste in Block 4 warten. Im Beispiel sind daher die Bahnhofsblöcke vom Typ Fernverkehr und die Lok hat die Zugart Güterverkehr (s. dazu Blocktypen und Zugarten).
  • Im Beispiel ist, um die Übersichtlichkeit zu wahren,
    • nur die Fahrtrichtung von links nach rechts vorgesehen,
    • auf Signale in Block B verzichtet worden,
    • jedes Ausfahrsignal als dreibegriffiges Signal konfiguriert (vgl. Kapitel 7 und Abschnitt 8.1),
    • jedes Signal mit Ausnahme des Vorsignales einfach in den Blockeigenschaften konfiguriert.
  • Das Vorsignal wird durch an die Fahrstraßen von den Bahnhofsblöcken nach Block B gekoppelte Aktionen in die Stellungen Vr1 bzw. Vr2 gebracht. Dies kann alternativ auch anders geschehen, z.B. durch koppeln der Aktionen an die Ausfahrsignale.
  • Das Vorsignal wird durch eine Aktion auf Vr0 zurückgestellt, die an jedes der Ausfahrsignale gekoppelt ist. Auch dies kann alternativ anders geschehen, z.B. durch Koppeln an die Ausfahr-Fahrstraßen.
  • Das Vorsignal-Bild bleibt auf Vr0, wenn ein Zug nur aus- aber nicht durchfährt, weil die Stellung der Einfahrweichen dann unter Umständen schon in ein anderes Gleis führen kann (dessen Ausfahrsignal notwendigerweise in Haltstellung ist), wie in der folgenden Abbildung.

    Zu beachten ist die Stellung der Einfahrweichen, die hier nach Block 4 führen. Dieses Verhalten wird durch Aktionsbedingungen erreicht.
  • Wenn es sich bei dem Vorsignal und dem Einfahrsignal um eine Licht-Hauptsignal-Vorsignal-Kombination handelt, so sollte der Signaldekoder für die vorbildgerechte Dunkeltastung (s. Abb. 4.3) des Vorsignalschirms sorgen.


Für das Vorsignal werden insgesamt drei Aktionen benötigt, je eine für die “Farben” rot, grün, gelb (Hinweise zum Anlegen von Aktionen finden sich in den Beispielen weiter oben).


Drei Aktionen für die drei Signalbilder des Vorsignals



Aktionssteuerung in den Fahrstraßen von
Block 1, 2 und 4 nach Block B
und von Block 3 nach Block B



Aktionsbedingung am Beispiel von Block 1



Aktionssteuerung der Ausfahrsignale am Beispiel von S01


Dieser Abschnitt ist in Arbeit

8.4 Kombinierte Signale (Hauptsignal mit Vorsignal am Mast) / Dunkeltasten

Die Signalvorschriften für Deutschland, Österreich und Schweiz schreiben bei “Halt” zeigendem Licht-Hauptsignal vor, dass ein am gleichen Standort (in der Regel am gleichen Mast) aufgestelltes Vorsignal kein Signalbild anzeigen darf. Das Vorsignal wird bei “Halt” des Hauptsignales abgeschaltet, alle Lampen sind dunkel (“dunkeltasten”).
Dies macht sicherheitstechnisch durchaus Sinn, dass am gleiche Standort nicht gleichzeitig “Halt” und “Fahrt” angezeigt wird.
Diese Signalkombination wird bei der realen Bahn bei kurzen Blockabständen angewendet, also eigentlich ideal auch für die Modellbahn.

Beispielplan




Die gekennzeichneten Signale im Plan sind kombinierte Signale.

  • Die Signale sind in Rocrail anzulegen (Vorsignal und Hauptsignal jeweils einzeln, auch wenn diese auf einem Mast sind)
  • Bei einem kombinierten Signal ist beim Hauptsignal das dunkel zu tastende Vorsignal einzutragen
  • Die Signalsteuerung muss bei derartigen Konstellationen (konkret hat z.B. Block1 drei Vorsignale) über Fahrstraßenbefehle erfolgen, eine derartige Konfiguration ist in der Signaldefinition im Block nicht vorgesehen!

Signalkonfiguration mit Dunkeltasten eines Vorsignales

Fahrstraßenbefehle für Signale

Es ist in jeder Fahrstraße das Hauptsignal am Beginn der Fahrstraße sowie das (die) korrespondierenden Vorsignal(e) einzutragen, mit dem entsprechenden Fahrbefehl gemäß erlaubter / angedachter Fahrstraßengeschwindigkeit.
Für das Rückstellen der Signale sind die selben Signale einzutragen mit “Rot” und der Option “bei Freiwerden”. Für eine dem Vorbild entsprechende frühere Rückstellung der Signale gibt es darüber hinaus einige Möglichkeiten und sind hier in diesem Tutorial an anderer Stelle beschrieben.

Beispiele für Fahrstraßen-Signalbefehle
Standardkonfiguration Sonderfall Ausfahrt nach BlockA Sonderfall BlockA nach BlockB
Hauptsignal wird gesetzt Hauptsignal wird gesetzt Hauptsignal wird gesetzt
Vorsignal wird gesetzt Kein Vorsignal wird gesetzt!
(Aktion und Script)
Alle Vorsignale werden gesetzt


Lösungsweg für das gemeinsame Vorsignal an der Einfahrtseite

Eine besondere Lösung benötigt die Einfahrtseite des Bahnhofes mit einem Vorsignal und 3 Hauptsignalen. Diese spezielle Anordnung lässt sich in Rocrail nicht ohne Aktion abbilden.
1. Das gemeinsame Vorsignal ist in den 3 abgehenden Fahrstraßen der Bahnhofsgleise nichteinzutragen, siehe Fahrstraßen-Signalbefehle in der Tabelle weiter oben.
2. In den 3 Fahrstraßen von BlockC zu Gleis1 - Gleis3 ist eine Aktion einzubinden, die das Script für das Stellen des Vorsignals A_Einfahrt aufruft:



3. Diese Aktion wird in diesem Beispiel in allen Fahrstrassen aufgerufen, die von BlockC nach Gleis1 - Gleis3 führen:


4. Das durch diese Aktion aufgerufene XML-Script prüft den Status des Hauptsignales im Zielblock der aktuellen Fahrstraße und stellt das Vorsignal auf den gleichen Begriff des Hauptsignales.

  • Das Hauptsignal muss der Namenskonvention “A_Blockname” entsprechen
  • Das Vorsignal muss V_Einfahrt heißen (oder es wird im Script entsprechend angepasst)


<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<xmlscript>
<!-- Dieses Script setzt das Signal V_Einfahrt auf den richtigen Begriff -->
<!-- Dieses Script ist per Aktion in allen Fahrstrassen nach dem Signal V_Einfahrt bei "lock" aufzurufen.-->
<query vr="Ziel" table="stlist" id="%callerid%" get="bkb"/>
<vr id="Main_%callerid%" text="A_@Ziel" tokeniser="_"/>
<trace text="Signal @Main_%callerid% eruiert"/>
	<if state="sg @Main_%callerid% = red">
	<then>
	<sg id="V_Einfahrt" cmd="red"/>
	</then>
	</if>
		<if state="sg @Main_%callerid% = green">
		<then>
		<sg id="V_Einfahrt" cmd="green"/>
		</then>
		</if>
			<if state="sg @Main_%callerid% = yellow">
			<then>
			<sg id="V_Einfahrt" cmd="yellow"/>
			</then>
			</if>	
				<if state="sg @Main_%callerid% = white">
				<then>
				<sg id="V_Einfahrt" cmd="red"/>
				</then>
				</if>
<trace text="Signal V_Einfahrt mit Aspect von @Main_%callerid% gesetzt"/>
</xmlscript>


Lösungsweg Variante - Generisches Script für beliebige Signalkennungen
  • Die Kennung des Hauptsignales und des Vorsignales wird im Aktionsaufruf in der jeweiligen Fahrstraße im Feld Beschreibung eingetragen, in dieser Reihenfolge, durch ein Komma getrennt (ohne Leerzeichen)
  • Beispiel: A_Gleis1,V_Einfahrt



<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<xmlscript>
<!-- Dieses Script setzt das gemeinsame Vorsignal auf den richtigen Begriff -->
<!-- Dieses Script ist per Aktion in allen Fahrstrassen nach dem Signal V_Einfahrt bei "lock" aufzurufen.-->
<!-- Im Feld Beschreibung des Aktionsaufrufes ist die Kennung des Hauptsignales und die Kennung des Vorsignales (durch ein Komma getrennt) in der betreffenden Fahrstrasse einzutragen-->
<query vr="Ziel" table="stlist" id="%callerid%" get="bkb"/>
<trace text="%desc%"/>
<vr id="Check%callerid%" text="%desc%"/>
<vr id="Aus%callerid%" text="@@0Check%callerid%"/>
<vr id="Ein%callerid%" text="@@1Check%callerid%"/>
<trace text="Hauptsignal @Aus%callerid% wird geprueft"/>
<trace text="Vorsignal @Ein%callerid% wird gestellt"/>
<if state="sg @Aus%callerid% = red">
	<then>
	<sg id="@Ein%callerid%" cmd="red"/>
	</then>
	</if>
		<if state="sg @Aus%callerid% = green">
		<then>
		<sg id="@Ein%callerid%" cmd="green"/>
		</then>
		</if>
			<if state="sg @Aus%callerid% = yellow">
			<then>
			<sg id="@Ein%callerid%" cmd="yellow"/>
			</then>
			</if>	
				<if state="sg @Aus%callerid% = white">
				<then>
				<sg id="@Ein%callerid%" cmd="red"/>
				</then>
				</if>
<trace text="Signal @Ein%callerid% mit Aspect von @Aus%callerid% gesetzt"/> -->
</xmlscript>


Wenn alle diese Einstellungen erfolgt sind (Signaldefinition, Eintrag für Dunkeltasten, Signalbefehle in allen Fahrstraßen), sowie die notwendige Aktion und das Script für das gemeinsame Vorsignal angelegt wurden, werden alle Signale korrekt angesteuert und die kombinierten Vorsignale korrekt dunkelgetastet.

Download Beispielplan

8.5 Schnelles Rücksetzen des Signalbegriffs

In der Realität werden Signale meist sofort auf “Halt” (Hp0) zurückgestellt, sobald die Lok das Signal passiert hat. Bei Rocrail erfolgt das Zurücksetzen in die Grundstellung (rot) beim Auslösen des enter-Ereignisses im Folgeblock. Sofern der Folgeblock sehr nah am passierten Signal liegt, kommt das Signal relativ schnell wieder in die Grundstellung, ist die Strecke bis zum nächsten Block jedoch sehr lang, so kann das Signal unerwünscht lange in Fahrtstellung bleiben.

Abhilfe kann hier sehr einfach durch Verwendung der Option Signal zurücksetzen im Automatik-Dialog geschaffen werden. Diese Vorgehensweise kann jedoch auch Nachteile haben: Ist die Beschleunigungszeit einer Lok sehr lang eingestellt, so kann das Signal unter Umständen auch bei höchstem Wert (10 Sekunden) zu früh zurückschalten, bevor die Lok das Signal passiert hat. Andererseits kann bei einem durchfahrenden Zug, der nicht erst anfahren muss, diese Zeit wiederum viel zu lang sein, so dass das Signal zu spät zurückgesetzt wird. Hier lässt sich mit Hilfe mehrerer Aktionen Abhilfe schaffen.

Rücksetzen des Signalbegriffes mittels Exit-Melder

Bei der realen Bahn erfolgt das Rücksetzen des Signales durch ein - in RocRail Sprache übersetzt - reales Exit Ereignis. Dies lässt sich bei geeigneter Rückmelderausstattung (Vorhandensein eines Exit Melders) auch in RocRail nachbilden. Dies ist einerseits durch eine Vielzahl von Einzelaktionen am Exit-Melder möglich, die die jeweiligen Signale (Hauptsignal und Vorsignal) explizit benannt zurücksetzen.
Eleganter ist aber eine Script-basierende Lösung, die mit der immer gleichen Aktion die jeweils richtigen Signale zurücksetzt.

1. Es ist eine Aktion anzulegen, die das Script aufruft. 2. In der Fahrstraße, in der die betreffenden Signale auf Fahrbefehl gestellt werden, wird diese Aktion eingetragen die im Standardfall folgendes Script aufruft und damit die richtigen Signale zurückstellt:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<xmlscript>
 
<!-- Dieses Script setzt das betreffende Ausfahrsignal und Vorsignal auf Rot zurueck -->
<!-- Dieses Script ist in der Fahrstrasse zu installieren -->
<trace text="Script Start FS-Block generisch EX_%lccur%"/>
<while state="fb EX_%lccur% = off">
<sleep time="1000"/>
</while>
<!-- Signale zuruecksetzen -->
			<sg id="A_%lccur%" cmd="red"/>
			<sg id="V_%lccur%" cmd="red"/>
<trace text="Signale Block %lccur% zurueckgesetzt"/>
</xmlscript>


  • Da der Exit Melder keine Variablen übergibt, muss das Script im Kontext der Fahrstrasse gestartet werden.
  • Die Variable %lccur% übergibt dem Script den Startblock der Lok.
  • Die Signale müssen mit ihrer Kennung in der Namenskonvention A_Blockname für das Ausfahrtsignal, V_Blockname für das zugehörige Vorsignal und EX_Blockname für den Exit-Melder definiert sein.
  • Jede Sekunde (sleep time 1000 Millisekunden) wird der Status des Exit Melders geprüft. Dieser Zeitraum kann an die Anlagen-Gegebenheiten angepasst werden.
  • Die hier definierte “While” Schleife ist per Definition mit 100 Durchläufen maximiert. Dies bedeutet, dass bei der Einstellung der Sleep-Time von 1000 ms nach 100 Sekunden die Stellbefehle ausgeführt werden und die Signale zurückgesetzt werden.

Weitere Beispiele folgen.


8.6 Signalstellung verzögern

In manchen Fällen, z.B. wenn zuerst Ansagen abgespielt werden sollen, oder wenn es sich bei dem Signal um ein Abfahrtsignal (Zp9) handelt, kann es erwünscht sein, das Signal verzögert in Fahrtstellung zu bringen.

Beispiel

Minimalbeispiel: Das Signal von Block A soll erst fünf Sekunden
nachdem die Fahrstraße zu Block B gestellt wurde in Fahrtstellung gehen.


Damit das Signal nicht sofort beim sperren der Fahrstraße gestellt wird, muss zunächst die Signalsteuerung in der entsprechenden Fahrstraße deaktiviert werden, oder das Signal aus den Blockeigenschaften unter Signale entfernt werden (siehe dazu vorangegangene Beispiele).
Anschließend wird eine Aktion erstellt, mit der das Signal verzögert in Fahrtstellung gebracht wird und eine weitere Aktion zum Rücksetzen des Signals:

Anlegen zweier Aktionen. Bei der Aktion zum Setzen des Begriffs “Fahrt” ist der Timer zu beachten:
Dies ist die Zeit, um die die Signalstellung verzögert wird.


In den Blockeigenschaften von Block A wird nun die eben erstellte Aktion zum Setzen des Begriffs “Fahrt” hinzugefügt und ähnlich wie in vorangegangenen Beispielen die Aktion zum Zurücksetzten des Signalbegriffs in Block B.

Aktionssteuerung in Block A:
Das Setzen des Signalbegriffs ”green” erfolgt
(mit der in der Aktion eingestellten Verzögerung)
bei Abfahrt (depart) aus dem Block.
Aktionssteuerung in Block B:

Das Zurücksetzen erfolgt bei Eintritt des
enter-Ereignisses in Block B.


9. Einrichtungsbeispiele für Signale

Da Signale auf vielfältige Weise angeschlossen werden können - z. B. über Magnetartikeldekoder, Schaltdekoder oder spezielle Signalsteuermodule - und sich Zentralen in Hinsicht auf die gesendeten Befehle teilweise unterscheiden sowie Dekoder nicht notwendigerweise alle diese Befehle akzeptieren, ist es gerade für Einsteiger manchmal schwierig, die scheinbar einfache Einrichtung von Signalen erfolgreich vorzunehmen.

Mittlerweile stehen mit dem Praktischen Leitfaden zur Adressierung von Zubehör-Decodern und der Seite Signale einrichten zwei Hilfsmittel zur Verfügung, mit denen die Signal-Einrichtung in den meisten Fällen problemlos zu bewerkstelligen sein sollte.

Exkurs: Weichen- und Ausgangsbefehle
Weichenbefehle sind Kommandos der Zentrale an einen Dekoder, typischerweise einen Magnetartikeldekoder, der daraufhin einen Schaltimpuls ausführt. Damit werden z. B. Weichen in der Regel geschaltet. Ausgangsbefehle sind Kommandos an Dekoder, die einen Ausgang entweder ein- oder ausschalten. Damit lassen sich z. B. Hausbeleuchtungen, Blinklichter oder auch Lichtsignale steuern.
Einige Zentralen setzen diese Befehle entsprechend um, andere kennen z. B. nur Weichenbefehle und manche erkennen zwar beide Befehlsarten, setzen sie aber in gleicher Weise, z. B. als Weichenkommandos, um. Dabei kommt es unter Umständen auch auf das gewählte Protokoll - Motorola, DCC - an.
Rocrail berücksichtigt dies mit den Optionen Weiche und Ausgänge paaren: In diesen beiden Fällen erhält die Zentrale Weichenbefehle, ansonsten Ausgangsbefehle.

9.1 Allgemeine Hinweise

  • Der Signaltyp auf dem Reiter “Details” hat steuerungstechnisch kaum Relevanz. Formsignalzeit und Lichtsignalzeit können jedoch auf unterschiedliche Werte eingestellt werden, z. B. um dem langsameren Wechsel der Signalbegriffe von Formsignalen gerecht zu werden. Dies hat ggf. Einfluss auf einen aus dem Block abfahrenden Zug.
  • Der Signaltyp auf dem Reiter “Details” legt bei bestimmten SVG-Themen die Darstellung in Rocview fest.
  • Die Bedeutung auf dem Reiter “Details” (Haupt-, Vor- oder Sperrsignal) bezieht sich ausschließlich auf die Darstellung in Rocview.
  • Die Option Zwergsignal auf dem Reiter “Details” bezieht sich ausschließlich auf die Darstellung in Rocview.


9.2 Beispiele

Die an dieser Stelle bisher gezeigten, bebilderten Beispiele sind durch die schnellen Änderungen an der Software sehr schnell veraltet. Es wird daher auf die Seite Signale Einrichten verwiesen, auf der weitgehend allgemeingültige Beispiele in tabellarischer Form vorgestellt werden.

Die bisherigen Beispiele können bis auf Weiteres noch unter folgendem Link aufgerufen werden: Beispiele, alte Version


Personal Tools