TCCS Tutorial

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Steuerung von TCCS (Train Coupling & Communication System) mit der Modellbahnsoftware Rocrail.

Vorwort

In diesem Tutorial wird die Steuerung von TCCS mit Hilfe der Modellbahnsoftware Rocrail beschrieben. Dabei wird vorausgesetzt, das sich der Anwender bereits mit der Software Rocrail auseinandergesetzt und tiefergehend beschäftigt hat. Auf die Einrichtung und Konfiguration der Software wird hier nicht näher eingegangen, sondern die Grundkenntnisse der Software vorausgesetzt.

Mein besonderer Dank gilt Rob Versluis, der die Steuerung von TCCS in Rocrail ermöglicht hat.
Unter http://www.rocrail.net können weitere Informationen zur Software Rocrail aufgerufen werden.
Unter http://www.tec4trains.de können weitere Informationen zu T4T-Decodern und zur Funktionsweise von TCCS abgerufen werden.

Dieses Tutorial wurde von Gerrit Schulze erstellt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Einrichtung von TCCS in den Lok-Einstellungen

Zuerst einmal werden die Lok-Eigenschaften aufgerufen und der Reiter Schnittstelle ausgewählt:

Für die Einrichtung einer Lok mit TCCS sind nun folgende Einstellungen notwendig:

  • Angabe der TCCS-Adresse
  • Einstellung der Lok auf km/h für die Geschwindigkeit

Wenn TCCS über den Fahrregler gesteuert werden soll, sind weitere Angaben von Bedeutung:

  • Angabe der Fahrstufen für die TCCS Adresse
  • Einstellung der Fahrstufen für den zweiten Geschwindigkeitsregler


In diesem Beispiel sind die Einstellungen für die Lok bei der Verwendung der Zentrale von Märklin CS2 dargestellt. Bei der CS2 von Märklin gibt es die Besonderheit, daß bei der Programmierung des T4T-Decoders das CV 174 auf 254 eingestellt werden muß.

In Rocrail muß die Anzahl der TCCS Fahrstufen auf 14 und die Geschwindigkeit des zweiten Reglers ebenfalls auf 14 eingestellt werden. Der Haken bei V_Modus darf nicht gesetzt sein. Wie bereits erwähnt, sind die Angabe der Fahrstufen und die Geschwindigkeit des zweiten Reglers nur notwendig, wenn man TCCS mit dem Fahrregler steuern möchte.

Als nächstes muß noch eine Funktionstaste z.B. für das Abkuppeln auf die TCCS-Adresse gemappt werden, wenn man TCCS mit dem Fahrregler steuern möchte.

Dazu wechselt man auf den Reiter „Funktionen“.

Dazu wählt man eine freie Funktionstaste in Rocrail aus (in diesem Beispiel F9). Unter Adresse wird die TCCS-Adresse eingetragen und unter fx die auszuführende Funktion (in diesem Beispiel 1 für Abkuppeln). Aus Erfahrungswerten hat sich zusätzlich die Einstellung 15 unter Zeitgeber bewährt. Das bedeutet, die Funktion wird 15*100ms = 1,5 Sek. ausgeführt (vgl. Beschreibung im Wiki von Rocrail).


Bedienung von TCCS im Lok-Steuerungsdialog

Dazu wird der Fahrregler von Rocrail aufgerufen:

Taste zum Umschalten zwischen Regler 1 (Lok-Adresse) und Regler 2 (TCCS-Adresse)

Möchte man nun zwischen dem 2. und dem 3. Wagen abkuppeln ergibt sich folgendes Bild:

Man wechselt auf den Fahrregler 2 und stellt den Geschwindigkeitsregler auf Stufe 3. Dann wird die Taste F9 (Wg abkuppeln) betätigt.


Sofern man eine Zentrale hat, welche die erweiterte DCC-Adressierung (binary States) unterstützt,kann der entsprechende Wert im dafür vorgesehenen Feld eingegeben und durch„Enter“ ausgeführtwerden.
Die erweiterte DCC-Adressierung bietet mehr Steuerungsmöglichkeiten, als die Steuerung über Fahrregler.


Erweiterte Steuerung von TCCS mit Aktionen

Wenn man auf die Steuerung mittels Fahrregler angewiesen ist, kann es sinnvoll sein einige Funktionen mit Hilfe von Aktionen zu automatisieren. Als Beispiel sei hier das automatische Abkuppeln zwischen dem ersten und zweiten Wagen genannt und erklärt. Mit Hilfe von drei Aktionen und einer weiteren freien Funktionstaste, läßt sich dieser Ablauf bündeln und später in automatisierten Abläufen verwenden.

Folgende Aktionen werden dafür benötigt:

  • Aktion zum Setzen der Fahrstufe 2 beim Regler 2
  • Aktion zum Auslösen der Funktion „Abkuppeln mit TCCS“, also F9 (siehe Beschreibung oben)
  • Aktion zum zurücksetzen der Fahrstufe auf 0 beim Regler 2



Typ: Lokomotive
Kennung: die entsprechende Lok.
Befehl: velocity2 (steuert den Regler2)
Parameter: 2 (stellt die Fahrstufe 2 ein)
Zeitgeber: 500 (Verzögert die Ausführung der Aktion um 500ms. Dieser Wert hat sich in der Praxis bewährt)



Typ: Funktion
Kennung: die entsprechende Lok.
Befehl: ON
Parameter: 9 (Funktionstaste F9)
Zeitgeber: 3000 (Verzögert die Ausführung der Aktion um 3 Sek.. Dieser Wert hat sich in der Praxis bewährt, damit erst der Fahrregler auf 2 eingestellt wird und danach die Funktion abkuppeln ausgelöst wird)



Typ: Lokomotive
Kennung: die entsprechende Lok.
Befehl: velocity2 (steuert den Regler2)
Parameter: 0 (stellt die Fahrstufe auf 0 zurück)
Zeitgeber: 8000 (Verzögert die Ausführung der Aktion um 8 Sek.. Dieser Wert hat sich in der Praxis bewährt)


Diese drei angelegten Aktionen werden jetzt in den Lok-Eigenschaften einer Aktionssteuerung zugeordnet. Also zum Beispiel beim Betätigen von F10 werden die drei Aktionen hintereinander ausgeführt und somit zwischen dem ersten und zweiten Wagen abgekuppelt.


In der Aktionssteuerung werden die drei erstellten Aktionen der Funktionstaste F10 zugeordnet. Somit wird bei Betätigung von F10 zuerst der Fahrregler 2 auf Fahrstufe 2 eingestellt. Dann erfolgt die Auslösung der Funktion 9 (Wg abkuppeln) und im Anschluß daran wird der Fahrregler 2 wieder auf 0 gesetzt. Das die Aktionen in dieser Reihenfolge abgearbeitet werden ergibt sich aus den jeweiligen Einstellungen für den Zeitgeber in den Aktionen selbst.


Mapping von binary states mit Funktionstasten der Lok

Eine weitere Möglichkeit soll hier nicht unerwähnt bleiben. Sofern die verwendete Zentrale auch die erweiterte DCC Adressierung (binary states) unterstützt, kann eine erweitere DCC-Adresse auch einer Funktionstaste zugeordnet werden.


Hier gilt es jedoch eine Besonderheit zu berücksichtigen. Im Beispiel soll die Funktionstaste F10 den zweiten Wagen abkuppeln. Gemäß T4T Vorgaben wäre das bei einseitiger Bespannung der Lok die DCC-Adresse 102. In Rocrail ist der Funktionsbereich 1 bis 100 jedoch reserviert. Deshalb muß der eingegebene Wert für die DCC-Adresse >100 sein, damit dieser Wert als binary state erkannt und ausgewertet wird. Für die korrekte Funktionsweise ist also der binary state Wert um 100 zu erhöhen – in diesem Beispiel also 202. Dieser Wert wird unter fx eingegeben. Unter Adresse wird die Lok-Adresse (nicht die TCCS-Adresse) eingetragen.


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