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103v113v7:german:wendeschleife

Wendeschleife ohne Block und Rückmelder

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Wendeschleife ohne Block und Rückmelder

Jetzt fragen sich sicher einige… warum plant man da keinen Rückmelder!? Nun… geplant war das ganze nicht. Es es ergibt sich halt. Zunächst machen wir uns doch mal ein Bild der Lage.

Der Ausschnitt zeigt die linke Zufahrt zu meinem zweigleisigen Schattenbahnhof. Der Block SB07 stellt die Ausfahrt, SB09 die Einfahrt der entsprechenden Richtungsgleise da. Durch die Blöcke SB08 und SB10 verläuft das in beide Richtungen zu durchfahrende Durchfahrgleis. Links ist eine der beiden Wendeschleifen des Schattenbahnhofes zu sehen. Die engen Radien sollen im Untergrund versteckt bleiben. Soweit die Planung. Der nicht geplante Teil: ein eingleisiger Erweiterungsanschluß, der dritte Abgang links unten. Um diesen nun von allen SB-Gleisen erreichen zu können, ist die hin und Rückfahrt im Durchfahrgleis erforderlich - die übrigen Gleise könnten ja zugeparkt sein.

Es ergibt sich also die Frage, wie kann ich von SB08+ nach SB08+ fahren….

Meine Lösung Schritt für Schritt

  • Einrichten einer kritischen Blockgruppe

Unter Tabellen, kritische Blockgruppen wird eine Blockgruppe mit den Blöcken SB08 und SB10 angelegt. Diese ist auch ohne die Wendeschleife für den blockierungsfreien Betrieb erforderlich. Ich habe einen nachfolgenden Zug erlaubt.

  • Anlegen der Wendeschleife

Ich kann nicht den selben Start und Zielblock haben. Ich kann aber von SB08+ nach SB10+ fahren. In den Tabellen "Fahrstraßen" wird also eine Fahrstraße entsprechend angelegt. Diese erzeugt der Analyser natürlich nicht automatisch. Diese Idee habe ich - danke an der Stelle - von Besra bekommen. Bei der einfachen Wendeschleife ist man damit eigentlich schon fertig, nur habe ich ja noch ein paar Anschlüsse zusätzlich an der Schleife…

  • Weitere Aktionen

Die Schleife funktioniert nun schon. Ohne zusätzliche Abgänge ist man eigentlich schon fertig. Die Wendeschleife blockiert aber Ein- und Ausfahrt, und wir so erst frei, wenn der Zug vollständig in SB10 eingefahren ist. Um die Schleife schon bei einfahrt in Block SB08 wieder frei zu bekommen, wird einfach unter Tabellen "Aktionen" eine Aktion angelegt, die die Fahrstraße [SB08+]-[SB10+] auf unlock setzt. Diese Aktion wird nun in die Eigenschaften des rechten Melders von SB08 eingetragen. Unter Aktionen, also das Auflösen der Fahrstraße, alle müssen Wahr sein, und als Bedingungen a) das die FS überhaupt gelockt ist, und b) das der Block SB08 occupied ist. Damit wird verhindert, daß die Aktion schon bei der Einfahrt von SB10 in SB08 auf der Hinfahrt ausgelöst wird.
Zusätzliche Sicherheit bekommen wir, in dem in den Eigenschaften der angelegten Fahrstraße die Maximallänge der Züge begrenzt wird. Zum einen kann so verhindert werden, daß sich lange Züge selbst ins Ende fahren (wenn SB08/ SB10 länger sind als die Schleife) zum anderen sollte die Länge soweit begrenzt werden, daß nur Züge wenden dürfen, die nur so lang sind, daß der Enter-Melder von Block SB08 (rechts, bei der Hinfahrt) auf jeden Fall frei ist, wenn der In-Melder erreicht wird. Kontaktprellen könnte sonst zu Unfällen führen!

  • Die Sache mit der Weiche - Sichere Variante

Da ist nur noch die Weiche am Aus/Eingang der Schleife. Da es keine Rückmelder gibt, gibt es auch keine Möglichkeit die Weiche sauber um zu stellen. Kann man mit dem Aufschneiden der Weiche leben ist alles gut.

  • Die Sache mit der Weiche - Umstellen mit Restrisiko

Ich finde Aufschneiden nicht so cool. Das letzte Ereignis ist das Frei werden vom linken Melder SB08 bei der Ausfahrt. Der liegt… vor der Weiche. Man kann nun eine weitere Aktion definieren, die die Weiche umstellt. Unter Parametern "force" nicht vergessen - die Weiche ist ja von der Fahrstraße gelockt, mit force wird sie trotzdem geschaltet. Jetzt wird´s heikel. Dem Melder wird nun beim Freiwerden die Aktion Zeitverzögert zugewiesen. Bei mir insgesamt ca. 6 s. ABER: ich nutze die Uhlenbrock Module, hier habe ich die Zeit für die Freimeldung von 300 ms auf 1s erhöht. Meine 18cm Meldestelle wird gerade von 30cm Wagen überspannt. Durch die lange Freimeldezeit sollte hier ein Flackern des Melders unwahrscheinlich sein. Es gibt ja auch weitere Fehlerquellen, wie verschmutze Gleise, extrem langsames Fahren etc. Unter Bedingungen ist das lock der Fahrstraße der Schleife ein zu tragen, damit die Weichenstellung NUR beim Wenden passiert.
Wenn das Timing schief geht, wird die Weiche unter dem Zug gestellt!!! Bitte bedenken! Bei Rückmeldern, die keine Möglichkeit der verzögerten Freimeldung bieten rate ich dringend hiervon ab.



Es sei erwähnt, daß ich den Ablauf darauf aus gelegt habe, daß in den Blöcken KEIN Warten eingestellt ist. Das Durchfahrgleis soll ja immer frei sein, gerade da hier zwei Blöcke in Fahrtrichtung hintereinander liegen und ja auch mal ein Zug der Gegenrichtung durch soll. Mit warten müßte man ggf. die Bedingungen neu prüfen.


103v113v7/german/wendeschleife.txt · Last modified: 2019/02/06 22:39 by 103v113v7