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Das Einrichten von Signalen

Präambel

  • Signalantriebe durch Servos ⇒ Da diese Antriebsart originalgetreue langsame Stellvorgänge erlaubt, werde ich mich in weiterer Folge darauf beschränken.
    • :!: Tipp: Mit Digital-Servos lässt sich das "Einschaltzucken" analoger Servos vermeiden
  • Ansteuerung der Signale ⇒ Dazu sind alle BiDiB-Knoten mit Servoausgängen gleichermaßen geeignet. Die Stellvorgänge werden in Makros programmiert und in Accessories zusammengefasst. Daher kann auch ein "Nachwippen" nach eigenem Geschmack programmiert werden, falls dies gewünscht ist.
  • Rückmeldungen der Signalstellung ⇒ Dies wäre nach meinem Dafürhalten etwas übertrieben und ist auch sicherungstechnisch nicht erforderlich, da Signale in Rocrail lediglich ein optisches Goodie sind. Zugfahrten werden in Rocrail im Automatikbetrieb nicht auf Grund einer Signalstellung gestartet.
  • Funktionsfähige Signallaternen ⇒ Da Signallaternen für Formsignale nur weißes Licht ausstrahlen, müssen sie nicht in die Ansteuerung aufgenommen werden. Man kann sie bei Bedarf lediglich ein- bzw. ausschalten. Für den Nachtbetrieb kann die Helligkeit der Laternen von Rocrail aus auf einen beliebigen Wert gedimmt werden, wenn die Laternen an einer NeoControl angeschlossen werden (ab Firmware-Version 1.06.00). Auf den Anschluss der Signallaterne(n) näher einzugehen, ist meiner Meinung nach nicht notwendig, daher wird in weiterer Folge darauf verzichtet.

Definitionen und einheitliche Namensgebung

Es macht durchaus Sinn, vorab gewisse "Standards" zu definieren und sich danach auch konsequent daran zu halten. So habe ich folgendes festgelegt:

  • 0% Servowinkel entspricht Hp0 und 100% Hp1 bzw. Hp2
  • Accessory-Begriff 0 definiert Hp0, Begriff 1 Hp1 (3-begriffig) bzw. Hp2 (2-begriffig) und Begriff 2 Hp2 (3-begriffig)

Da man im BiDiB-Wizard für Ports, Makros und Accessories eigene aussagekräftige Name vergeben kann, halte ich mich auch diesbezüglich an einen selbstdefinierten "Standard":

  • Servos: erhalten lediglich den Signalnamen, also z.B. "Si_903+"
  • Makros: Signalname + Suffix "_Hp0" bzw. "_Hp1" bzw. "_Hp2" für die jeweilige Signalstellung also z.B. "Si_903+_Hp0" bzw. "Si_903+_Hp1" bzw. "Si_903+_Hp2"
  • Accessories: erhalten lediglich den Signalnamen, also z.B. "Si_903+"
    • :!: Anmerkung: Unbedingt Leerzeichen in den Namen vermeiden!

2-begriffige Formsignale

Da die Einrichtung eines Formsignals mit 2 gekoppelten Signalflügeln (Hp0/Hp2) ein paar Besonderheiten erfordert, möchte ich eine solche Konfiguration am Beispiel des Signals Si_903+ zeigen:

Schritt 1: Konfiguration im BiDiB-Wizard

Schritt 1a: Definieren der Servo-Parameter im Servoausgänge-Tab der Baugruppe (hier am Beispiel LightControl)

  • Wie zu sehen ist, wurde das Servo für das Signal Si_903+ an Port 01 angeschlossen und der Anschluss entsprechend meiner Namenskonvention benannt
  • Als Stellgeschwindigkeit für Formsignale finde ich den Wert 3 optimal. Kleinere Werte führen zu einer schnelleren Servobewegung, größere Werte verlangsamen den Stellvorgang
  • Die Justierwerte für unten und oben sind von sehr vielen Faktoren abhängig und müssen für jedes Signal experimentell ermittelt werden. Zum Finden der passenden Werte bietet sich der Zielwert-Schieber an.
    Bei 0% soll sich das Formsignal in Stellung Hp0 befinden und bei 100% in Hp2
    • :!: Tipp: Es wird empfohlen, den Stellweg des Servos hier in diesem Menü durch die Justierwerte einzugrenzen und nicht später bei den Makros durch Limitieren der %-Werte des Stellwinkels
  • Mit dem Zielwert-Schieber lässt sich der durch die Justierwerte eingegrenzte Stellweg des Servos jederzeit kontrollieren

Schritt 1b: Makrodefinitionen für Hp0 und Hp2 erstellen


Das Makro Si_903+_Hp0 zeigt die Befehlsfolge, welche abgearbeitet wird, sobald Rocrail den Befehl zum Stellen des Formsignals Si_903+ in Stellung Hp0 an die LightControl sendet.
Es ist sehr kurz und besteht nur aus 2 Zeilen (= 2 Befehle):

  • Zu allererst wird das gegenteilige Makro Si_903+_Hp2 (welches das Signal Si_903+ auf Hp2 stellt) angehalten, sollte es aus irgendeinem Grund ausgeführt werden.
    Dies ist eine reine Sicherheitsmaßnahme weil dieser Fall höchst wahrscheinlich nie eintreten wird. Ist aber gute Programmiertechnik 8-)
  • Im nächsten Schritt wird dann unmittelbar darauf dem Servo des Formsignals Si_903+ der Befehl erteilt, zur Position 0% zu drehen. Dies entspricht – wie zuvor definiert – der Signalstellung Hp0.
    Wie ersichtlich gibt es auch für die Ports Drop-down Menüs – man muss sich also keine Portnummern merken, sondern kann sie bequem aufgrund der selbst vergebenen Namen auswählen
  • Wird ein Nachwippen gewünscht, kann man dies in weiteren Makroschritten definieren, indem man den %-Wert nochmals leicht erhöht und anschließend wieder auf 0% setzt.
    Mir gefällt das aber nicht so gut, daher verzichte ich darauf

In analoger Weise wird das Makro Si_903+_Hp2 für die Signalstellung Hp2 erstellt:

  • Zuerst wird das Makro Si_903+_Hp0 angehalten
  • Dann wird dem Servo Si_903+ der Befehl erteilt, zur Position 100% zu drehen
  • ggf. dann noch das Nachwippen bei gehobenem Flügel programmieren

Schritt 1c: Zusammenfassen der beiden Makros zu einem Accessory


Es wird nun ein Accessory Si_903+ angelegt. Als Begriff 0 wird das Makro für die Signalstellung Hp0 definiert und als Begriff 1 jenes für die Signalstellung Hp2.
Mittels >-Tasten ganz rechts können die beiden Begriffe auf ihre korrekte Funktionsweise überprüft werden.
Die Nummer dieses Accessories notiert man sich nun, wir werden sie anschließend bei der Konfiguration in Rocrail noch brauchen.

Funktioniert alles wie gewünscht, ist die Konfiguration im BiDiB-Wizard abgeschlossen und nun geht es in Rocrail weiter …

Schritt 2: Konfiguration in Rocrail

Schritt 2a: Dezimale UID der LightControl bestimmen

:!: Voraussetzung: Es muss bereits eine BiDiB-Zentrale eingerichtet sein mit selbstgewählter Schnittstellenkennung (in meinem Fall "GBM").

  • Um auf Baugruppen am BiDiB-Bus zugreifen zu können, ist deren Unique ID (UID) erforderlich, welche auf dem Aufkleber der Baugruppe in hexadezimaler Form aufgedruckt ist. Rocrail benötigt im Schnittstellen-Tab der Baugruppe die UID jedoch in dezimaler Schreibweise. Man muss die Umrechnung aber nicht selbst vornehmen, Rocrail hat dieses Feature im BiDiB-Untermenü des Programmieren-Tab bereits integriert. Hier als "Eindeutige Kennung (Knoten-ID)" bezeichnet.
    • :!: Anmerkung: Durch die Umrechnung können sich auch negative Werte ergeben.
  • In diesem Menü kann man den Baugruppen zur besseren Übersicht auch selbst definierte Usernamen zuweisen.


Schritt 2b: Konfigurieren der allgemeinen Formignal-Einstellungen

  • Die Kennung des Formsignals wird gemäß der Namenskonvention eingetragen
  • Optional kann eine Bescheibung des Signals eingetragen werden
  • Block-Kennung und Fahrstraßen-Kennungen können eingetragen werden, damit das Signalsymbol im Gleisplan entsprechend ausgeleuchtet wird
  • Zubehör#: Rocrail bietet standardmäßig kein Gleissymbol für ein Hp0/Hp2-Signal an. Wenn es nicht als störend empfunden wird, dass der Signalbegriff Hp2 im Gleissymbol als grün angezeigt wird, dann kann man den Defaultwert von 0 hier stehen lassen. Ich möchte Hp2 jedoch korrekt als grün und gelb angezeigt bekommen, daher ist es erforderlich, sich eigene .svg-Symbole dafür zu entwerfen. Das habe ich hier gemacht und diese Symbole wurden bei mir als Zubehör# 23 gespeichert. Daher muss ich hier auch den Wert 23 eintragen. Das Gleissymbol kann somit nur zwischen ROT und GRÜN/GELB hin und her wechseln.

Schritt 2c: Konfigurieren der Formsignal-Schnittstelle

  • In den ersten beiden Zeilen sind die Werte Schnittstellenkennung, Knoten-ID und UID-Name so einzutragen, wie im Schritt 2a herausgefunden bzw. eingegeben wurden
  • Als Adresse wird nun bei ROT die Accessory-Nummer + 1 eingetragen.
    • :!: Erklärung: Warum + 1? Weil BiDiB bei 0 zu zählen beginnt und Rocrail bei 1
  • Als Port den Wert 0 eintragen. Dadurch erkennt Rocrail dass es sich um FADA-Adressierung handelt
  • Unter Steuerung werden die Begriffs-Nummern ausgewählt
  • :!: Unbedingt Zubehör anhaken
    • :!: Erklärung: Man ist zwar verleitet, Zubehör nicht auszuwählen und als Typ Servo zu selektieren, da man das Formsignal ja mittels Servo betätigt. Das ist in diesem Fall jedoch falsch, da Rocrail dann nur die reinen Servobefehle sendet. Die Makrobefehle des Accessory würden in diesem Fall nicht ausgeführt werden. Accessory bedeutet auf Deutsch Zubehör. Wird daher Zubehör angehakt, ruft Rocrail auch das Accessory und in weiterer Folge die entsprechenden Makrobefehle auf

Schritt 2d: Konfigurieren der Formsignal-Einzelheiten

  • Ob als Signaltyp Lichtsignal oder Formsignal ausgewählt wird, ist für ein korrektes Funktionieren des Signals irrelevant.
    Es bestimmt lediglich die optische Darstellung des Symbols auf dem Gleisplan. Lichtsignale werden mit Mast dargestellt, Formsignale ohne Mast.
    Ich bevorzuge Signale mit Mast, daher habe ich hier Lichtsignal selektiert.
  • Ebenfalls nur optischen Einfluss auf die Darstellung am Gleisplan hat die Auswahl der Bedeutung des Signals. Da es sich um ein Hauptsignal handelt, soll es auch so dargestellt werden.
  • Da ein Hp0/Hp2-Signal 2-begriffig ist, wird unter Begriffe auch der Wert 2 eingetragen
  • Unter Muster / Begriffe muss Rocrail nun mitgeteilt werden, dass wir Hp0 im Accessory als Begriff 0 definiert haben, daher bei NummerWert der Zeile ROT den Wert 0 belassen.
    Hp2 haben wir im Accessory als Begriff 1 definiert, daher bei NummerWert in der Zeile GRÜN den Wert 1 eintragen


Fertig. :-)

3-begriffige Formsignale

Die Einrichtung von 3-begriffigen Formsignalen erfolgt analog zu den 2-begriffigen, es wird lediglich ein zweites Servo benötigt. Jeder Signalflügel wird dann durch sein eigenes Servo betätigt.
Die jeweiligen Servopositionen für die 3 Signalbegriffe werden wieder im BiDiB-Wizard in Makros definiert und wie gehabt in einem Accessory zusammengefasst. Vernüftigerweise definiert man dabei Hp0 als Begriff 0, Hp1 als Begriff 1 und Hp2 als Begriff 2.
Die Konfiguration in Rocrail erfolgt analog zum 2-begriffigen Formsignal, die Anzahl der Begriffe im Einzelheiten-Tab muss natürlich auf 3 gesetzt werden und die entsprechenden Werte für ROT (0), GRÜN (1) und GELB (2) sind in der Spalte NummerWert einzutragen.

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