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Piratenbahn in klein

Neben meiner Gartenbahn habe ich mir auch eine "Winzigbahn" (aus Sicht eines Gartenbahners) als Innenanlage in H0m aufgebaut. Hauptaufgabe dieser Bahn ist neben der Bewegung meines H0m-Rollmaterials das Testen von Rocrail-Funktionen (incl. entsprechender Hardware), wenn ich dafür meine Gartenbahn witterungsbedingt lieber nicht nehmen möchte / kann oder für Fähigkeiten, die ich draußen nicht nutze.
Platzmäßig bedingt handelt es sich um eine fest aufgebaute Pendelstrecke auf einer U-förmigen Grundfläche von 4,5 x 2,5m mit 30 bzw. 10cm Anlagentiefe.
Die maximale Zuglänge ist auf 70cm begrenzt, als Rückmeldesensor wird Gleisbesetztmeldung verwendet. Die übrige Digitalausstattung entspricht der meiner Gartenbahn (Lenz LZV 100, RS-Bus, WLM und Rocrail auf RasPi), allerdings verzichte ich hier auf externe Booster.

Testbrett


Zu Beginn habe ich mir ein Testbrett erstellt, um vor allem das bislang unbekannte Medium Gleisbesetztmelder (GBM) zu erforschen. Der Aufbau erfolgte auf 2 Laminatbrettern mit Trennung zwischen den Weichen sw11 und sw1. Das unten stehende Bild zeigt die rechte Seite dieses Testaufbaus (mit Bemo Gleismaterial). Die rote Zettel markieren die Lage der Trennstellen.

Der dazugehörende Rocrailplan: testbrett.xml.zip
Meine Lokdatei, die nicht mehr speziell auf dieses Testbrett abgestimmt ist pb-bemo-loks.xml.zip
Wichtigste Erkenntnisse daraus waren, mit welchen Geschwindigkeiten ich meine Loks fahre(n will) und wo dazu passend die Trennabschnitte der GBMs platziert werden müssen.
In diesem Plan verwende ich das 2019 eingeführte Blocksymbol "FFBlock", einen Block mit je einem eingebetteten Rückmelder auf der plus- und auf der minus-Seite. Der Platzgewinn gegenüber dem "normalen" Blocksymbol mit extra anzulegenden Rückmeldern ist augenscheinlich, besonders bei Verzicht auf "unnötige" Gleiselemente. Da dieses Testbrett inzwischen Teil meiner Bemo-Anlage ist, sind hier bereits zwei Weichen (sw11 und sw12) enthalten, die im abzweigenden Ast keine Weiterführung haben. Ebenso habe ich Block-Status-Signale installiert, die mir den Wartestatus im jeweiligen Block im Automatikbetrieb anzeigen.

Hinweis

Meine fertige Anlage wird als reine Pendelstrecke betrieben, für ein Oval etc. fehlt mir der Platz. Daher ist auch mein Testbrtett als reine Pendelstrecke konzipiert. Für geplante Anlagen mit Kreisverkehr empfehle ich den Demoplan aus dem Wiki zu verwenden.

Bemo-Anlage Maximalausbau 2022

2022 hatte meine Anlage ihren maximalen Ausbauzustand erreicht, den ich inzwischen beim automatischen Betrieb etwas reduziert habe (Wegfall der alten Bemo-Strecke, wegen Kontaktschwierigkeiten).
Der Plan zeigt die Anlage mit Stand 2022, in deren Mitte Reste der Testbrettfunktionalität (allerdings mit anderen Kennungen) integriert ist. Der rechte Teil des "Testbrettes" (damals noch mit Bemogleisen auf einem Laminatstück) ist inzwischen auf den rechten Schenkel gewandert und durch Tillig Bettungsgleis ersetzt worden.
Aufstellplatz bzw. "Schattenbahnhof" ist der rechte mittlere Anlagenteil sowie der rechte Schenkel, hier sind deshalb die Blöcke in voller Größe gezeichnet. Im übrigen Planteil habe ich in der Regel auf das Blocksymbol "Block mit integrierten Rückmeldern" zurückgegriffen, damit der komplette Plan noch auf ein 7" Display (Pad) passt.

Die Anlage hat eine Grundfläche von 4,75 x 3m mit einer Tiefe von 10 bis 30cm, also "immer an der Wand entlang".
Für den Automatikbetrieb stehen 4 Pendelzüge sowie 3 Triebwagen zur Verfügung.

Der dazugehörende Gleisplan mit Rastermass 50cm. Die Weichen tragen hier als Kennung ihre reale Adresse.
Rote Abschnitte sind IN oder ENTER2IN, hellrote Abschnitte sind ENTER. Gelbe, grüne und blaue Abschnitte sind Dokumentation aus dem Gleisbau bzw. der Verkabelung und ohne Relevanz in Rocrail.

Der dazugehörende Rocrailplan sowie Lokdatei und Fahrstraßenscript (noch aus 2019, noch nicht aktualisiert): pb-bemo-2019-12.zip sowie die Anlagenbilder
Linker Schenkel / Fensterseite Mittelteil mit weißem Testbrettrest rechter Teil mit Abstellbereich / Bahnhof (aus 2019, noch ohne rechten Schenkel)

Digitalausstattung

Ich fahre mit Lenz LZV100 als Zentrale mit 5A Ausgangsleistung, eingestellt auf 15V Gleisspannung. Das ETH-Interface dient zur Anbindung via Ethernet (Kabel) an den PC (RasPi P4 mit 4GB RAM). Dieser ist gleichzeitig Rocrail-Server und GUI mit Rocview. Verwendet werden Lenz LR101 als Rückmeldemodule (RS-Bus) mit selbstgebauten Gleisbesetztmeldermodulen und (als Ablösung / Modernisierung) Lenz LRB08 Rückmeldemodule mit integrierter Gleisbesetztmeldung, Q-Decoder Z2-8 als externe und Zimo MX82/820 als in die Bettungsgleisweichen fest eingebaute Weichendecoder, Lenz LH100 als kabelgebundener sowie Roco WLM und Manhart-Funky als schnurloser Handregler. Als mobile Clients stehen Geräte für padRoc, andRoc und rocWeb zur Verfügung.
Die Zentrale ist auf 15V DCC Gleisausgangsspannung eingestellt, meine Loks haben alle einen Zimo-Decoder und regeln die Gleisspannung auf max. 10V herunter.
Der Rocrail-RasPi hat Monitor und Tastatur angeschlossen und besitzt Internetzugang, nebenbei kann ich damit auch im Rocrailforum lesen und arbeiten.

Funktionale Aufgaben

Hiermit kann ich testen / demonstrieren:
1. Pendelbetrieb (im Automatikmodus / Zufallsmodus)
2. Geschwindigkeitsänderungen auf der Strecke mittels Blöcken (im Automatikmodus)
3. Ortschaften (im Automatikmodus) einschließlich Mindestbesetzung und Fifo
4. BBT (im Automatikmodus)
5. Gleisbesetztmeldung als Sensor (im Automatikbetrieb und als optische Positionsmeldung im manuellen Betrieb)
6. Gleisbildstellpult (im manuellen Betrieb)
7. Roco WLAN-Maus an Lenz LZV100
8. Timer (am IN) zur Verlagerung des Anhaltepunktes.
9. SVGs bzw. neue Funktionssymbole (FFBlock etc.)
10. Berechtigungssteuerung über Zug-/Blocklänge (auch bei Fahrstraßen)

1. Pendelbetrieb

Automatischer Pendelbetrieb ist auf dieser Anlage eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Ich richte die Endbahnhöfe immer als Kopfbahnhof ein, das sorgt automatisch für den Platzierungswechsel nach Einfahrt in den Block.
Nicht-Pendelzüge setze ich auf dieser Anlage im Automatikbetrieb nicht ein.
Um ein Totfahren zu verhindern verwende ich Blockgruppen, teilweise kombiniert mit Richtungsfahrstraßen.

2. Geschwindigkeitsänderungen auf der Strecke mittels Blöcken

Für die Einfahrt in den Kopfbahnhof TL1/TL2 muss die Schnellfahr-Reisegeschwindigkeit (aus dem oberen Anlagenteil / T1L/M) ankommender Züge auf Vmid reduziert werden. Dieses ist Aufgabe des Blockes TL3. Bei der Ausfahrt auf dem Kopfbahnhof ist diesem Block keine Aufgabe zugewiesen, daher ist er für die Ausfahrt als kreuzender Block in den entsprechenden Fahrstraßen eingerichtet.
"Schnellfahrstrecke" ist vor allem der Abschnitt zwischen T1L und T1M (oberstes Gleis im mittleren Anlagenteil). Hier wird mit Vreise gefahren, während sonst die Standardreisegeschwindigkeit Vmid eingestellt ist.
Anmerkung: Vmid gefällt mit als Streckengeschwindigkeit besser als Vreise, aber der Geschwindigkeitswechsel sorgt für etwas Abwechslung.

3. Ortschaften

Die rechten 3 Blöcke (BR1 - BR3) können eine Ortschaft bilden mit Mindestbesetzung 2 (d.h. wenn 2 oder mehr Züge in der Ortschaft sind, darf einer Losfahren) sowie Fifo (d.h. der Zug, der zuerst eingefahren ist, fährt auch zuerst aus). Diese Option ist derzeit nicht mehr aktiv.

Diese Ortschaft mit Mindestbesetzung 2 führt beim Testen mit nur einem Zug (auch wenn schon/noch ein weiterer in der Ortschaft platziert ist) dazu, dass dieser Zug oft mehrfach manuell gestartet werden muss, bis die Automatik den Startvorgang akzeptiert (die vorgegebenen Bedingungen, besonders Fifo, werden bei diesem Testen in der Regel nicht erfüllt). Ebenso ist das BBT-Anlernen einer einzelnen Lok unter dieser Konfiguration nicht möglich, hierzu muss die Mindestbesetzung auf 1 temporär reduziert werden.

3.1 Ortschaft mit Maximalbesetzung

Die 3 Blöcke links unten TL1, TL2 und TL3 bilden eine Ortschaft (Fensterbrett, blauer Hintergrund). Da ein 3. Zug in TL3 auf Einfahrt in den Kopfbahnhof wartend (weil die Blöcke TL1 und TL2 bereits belegt sind) jegliche Ausfahrtmöglichkeit blockieren würde, dürfen in diesen 3 Blöcken maximal 2 Züge unterwegs sein.
Die Blöcke des rechten Anlagenschenkels (BK1 bis BK4) bilden zusammen mit dem vorgelagerten Block BR3 eine Ortschaft (Kaminbereich, grüner Hintergrund) mit Maximalbesetzung 4.
Der parallel zu BK3 liegende zweite vorgelagerte Block BR1 ist derzeit bewusst nicht in diese Ortschaft integriert, um einen gesicherten Abfluss auf diesem Bereich zu gewährleisten.

3.2 Ortschaft mit Partner

Siehe dazu auch den Forumsbeitrag
Beim Ausfahren aus der linken Seite meines Testbrettes (BL1 oder BL2) sollten die Züge nur losfahren, wenn sie ein freies Ziel im Bahnhofsbereich (BR1 - BR3) gefunden haben.
Diese Funktionalität seit der Erweiterung meiner Anlage um den rechten Schenkel (Blöcke BK1 bis BK4) nicht mehr erforderlich.

4. BBT

BBT wird inzwischen reichlich genutzt und ermöglicht ein "schöne" Anhalten, gerade auch auf den längeren ENTER-Strecken.
Ich verwende hier die Standardeinstellung "Block" (ohne Richtung). Zum Anlernen reichte meist ein 2-maliges Befahren jedes Blocks. Nach Anschluss der Anlernphase habe ich in den Lokeigenschaften die BBT-Einstellungen auf "fest" gesetzt.

5. Gleisbesetztmeldung

Ich verwende als Sensorstrecke einen auf die Standardgleislänge abgestimmten Abschnitt.
Der IN Melder beträgt 1 Gleislänge (166mm), der ENTER im Normalfall 2 Gleislängen (2 x 166mm). Normalfall heißt, wenn die Strecke mit meiner übliche Reisegeschwindigkeit Vmid befahren wird.
Auf den als Schnellfahrstrecken (mit Vreise befahrbar) vorgesehenen Abschnitten verwende ich 3 Gleislängen (3 x 166mm) als ENTER, um ein gefällig verzögertes Abbremsen zu ermöglichen.
Als Gleisbesetztmelder verwende ich DIY-Module mit Anschluss an den Lenz Rückmeldebaustein LR101, stelle aber im Rahmen einer "Modernisierung auf den inzwischen erhältlich Lenz LRB08 (Rückmeldebaustein mit integriertem Gleisbesetztmelder) um.

6. Gleisbildstellpult

7. Funkhandregler Roco WLANmaus

8. Timer (am IN)

Wird nicht mehr verwendet.

9. FFBlock

Mit dem "FFBlock" wurde ein neues Blocksymbol eingeführt, das bereits 2 eingebettete Rückmelder enthält. Die Rückmelder haben die feste Kennung Blockname+ und Blockname-, je nach Seite. Damit ist Plan deutlich schneller gezeichnet und die Rückmelder sind (auch für einen Außenstehenden) optisch klar erkennbar dem jeweiligen Block zugeordnet. Wenn dann die Blöcke noch in Standard-Ausrichtung (Plusseite nach Links) platziert werden, ist der Plan nochmals übersichtlicher.
Mein Testbrettbereich ist mit diesem Blocksymbol gezeichnet.

10. Längenberechtigung

Ich verwende als wichtigste Berechtigungssteuerung die Länge für Blöcke und Züge.
Ursprünglich war diese Anlage für Züge mit max. 70cm Zuglänge konzipiert, inzwischen ist aber daneben auch ein Zug mit 80cm Zuglänge im Betrieb.
Das erforderte zum einen entsprechend lange Bahnhofsgleise, zum anderen müssen, wenn der Abstand zwischen IN der vorherigen Blocks und ENTER des nachfolgenden Blocks kürzer als die Zuglänge ist, geeignete Maßnahmen (virtuelle Blöcke etc.) getroffen werden.

Nebenfunktion: Mit einer max. zulässigen Zuglänge von 1 (bei mir in mm wegen der Rocrail-Messstrecke) kann ich eine vorhandene Fahrstraße für den automatischen Betrieb sperren.

WICHTIG Bei der Verwendung von Zug- und Blocklängen muss immer die passende Einstellung "min. Block - Zug-Länge" in den Automatikeinstellungen der Rocrail-Eigenschaften berücksichtigt werden.
Auf Grund meines Gartenbahnervorlaufs bin ich hier an 0 (mm) gewohnt, die Standardeinstellung ist jedoch 20, was bei neuen Arbeitsbereichen (mit neuen Rocrail-Eigenschaften) bei mir jedesmal zu einer heillosen Fehlersuche führt, weil ich daran natürlich nie denke, wenn die Züge absolut nicht in gerade noch passende Blöcke fahren wollen.

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